09.12.15

Das Weihnachtsfest ist nicht mehr weit und während das Menü vielerorts schon steht, hapert es vielleicht noch an der Tischdekoration. Der heutige Ratgeber enthält nicht nur dekorative Anregungen, sondern auch Informationen und Tipps zur Anordnung des Geschirrs. 

Sitzplatz

Beengte Verhältnisse lassen sich an Weihnachten zwar nicht immer vermeiden, dennoch solltet ihr darauf wert legen, dass jeder Gast einen gewissen Spielraum am Tisch hat. Sonst fühlen sich eure Lieben nur halb so wohl. Als Grundregel gilt: Mindestens 60 Zentimeter in die Breite und 40 Zentimeter in die Tiefe sollten pro Person am Tisch zur Verfügung stehen. Nur dann bleibt ausreichend Bewegungsfreiraum.

Perfekte Arrangements für mehrgängige Menüs

Sobald ein Festtags-Menü mehrere Gänge hat, wird es voll auf unseren Tischen. Mehrere Gläser, Teller und verschiedenes Besteck können nicht nur bei den Gästen für Verwirrung sorgen, sondern gleichzeitig das Tisch Decken erschweren. Wohin mit der Serviette und wo um Himmels Willen soll denn bloß das Rotweinglas stehen?? Fragen, die mancherorts für panische Ausbrüche sorgen.

Wer sich rechtzeitig informiert, kann seine Tafel ganz entspannt gestalten und die Gäste rundum beeindrucken. Ich habe online ein wenig recherchiert und auf der Internetpräsenz von Tchibo in einem kleinen E-Book zum Durchblättern eine hilfreiche Abbildung entdeckt, die verständlich zeigt, wie Teller, Besteck und Co. korrekt platziert werden. Auf Seite 5 könnt ihr euch das Bild anschauen und euren Tisch entsprechend decken. Auf der Tchibo-Seite zum Thema „Festtags-Tafel“ einfach auf den Button „Jetzt ansehen“ klicken und schon gelangt ihr zum Mini-Ratgeber. Ein paar Seiten weiter wurden zudem zwei weihnachtliche Falttechniken für Servietten bereitgestellt.

Allgemein sollten Geschirr, Gläser, Besteck und Co. an den Anlass angepasst werden. Soll es besonders festlich zu gehen, haben angelaufenes Besteck, Teller mit Rissen und unklare Gläser nichts auf dem Tisch verloren.

Gläser

Egal ob Weihnachten, Ostern oder sonstige Feierlichkeiten – oft werden verschiedene Weine und sonstige Getränke serviert. Gerade bei Wein ist die Wahl des richtigen Glases wichtig, damit sich das Bouquet perfekt entfalten kann. Ein Weinglas sollte nie mehr als zu zwei Drittel gefüllt sein. So kann sich das Aroma gut verteilen. Nachfolgend eine kleine Übersicht:

  • Bordeaux: tulpenförmiges, hohes Weinglas
  • Burgunder: bauchiges, kleineres Weinglas
  • Silvaner, Sauvignon Blanc und Co.: schlankes, kleines Weißweinglas, nur leicht bauchig
  • Riesling: Glas mit schmalem Kelch, Mundrand leicht ausgestellt
  • Portwein, Sherry, Dessertwein: kleines Glas
  • Schaumweine (Sekt, Champagner): Champagnerflöten

Einen sehr ausführlichen Artikel zum Thema „Weinglas 1×1“ habe ich auf dem Onlinemagazin springlane.de entdeckt. Darin werden die verschiedenen Gläser für Rot-, Weiß- und Schaumweine anhand von Bildern sehr anschaulich dargestellt.

Gläser werden auf der Tafel so angeordnet, dass sie logisch zur Menü-Folge passen. Weine zur Vorspeise stehen deshalb näher am Teller als Sorten für den Hauptgang. Kann man sich im Grunde gut merken, weil der Wein zum Hauptgang später folgt und deshalb das dazugehörige Glas weiter oben steht. Am nähesten zum Besteck steht das Wasserglas.

Übrigens: Werden verschiedene Weinsorten aufgetischt, sollten die schweren und süßen immer nach den leichten Varianten folgen. Halbtrockene oder süße Weine sind nach trockenen Sorten zu servieren. Generell sollten Weißweine vor Rotweinen und junge Weine vor alten Sorten getrunken werden.

Für besonders tolle Lichteffekte auf dem Tisch sorgt übrigens Kristall-Glas. Das hochwertige Glas überzeugt mit maximaler Brillanz.

Servietten

Papierservietten sind zwar keine Todsünde, aber an Weihnachten darf es gerne etwas festlicher sein. Stoffservietten wirken gleich viel schicker. Für welchen Stoff ihr euch hier entscheidet, ist Geschmacksache. Gleiches gilt für Muster und Farben. Stimmt sie einfach auf das Geschirr und die geplante Dekoration ab.  Ich neige grundsätzlich dazu Servietten auf die rechte Seite zu legen. Dass das nach offizieller Tisch-Decken-Marnier falsch ist, wursste ich bis eben auch noch nicht ; ) Nun bin ich schlauer und kann euch die korrekte Info geben: Servietten gehören links neben Teller und Besteck. Alternative: Direkt auf den Teller.

Bezüglich der Falttechnik bin ich kein Experte. Ich habe euch mal die Seite servietten-falten.at verlinkt, da mir hier eine schöne Übersicht mit zahlreichen Faltanleitungen aufgefallen ist. Besonders festlich finde ich dabei die Varianten „Fuchs“ und die Bestecktasche in Dreiecksform. Die Fuchs-Variante nehme ich selber meistens, weil die fix gemacht ist und hübsch ausschaut ; )

Je nach Falttechnik könnt ihr einen kleinen Tannenzweig in die Serviette stecken, um der weihnachtlichen Tafel einen passenden und natürlichen Look zu verleihen. Platziert ihr ergänzend in der Tischmitte noch ein paar dieser Zweige mit ein wenig Dekoration gelingt euch ein tolles Gesamtkonzept.

Besteck

Besteck wird bei mehreren Gängen immer von außen nach innen verwendet und dementsprechend platziert. Das Besteck für den Hauptgang liegt immer direkt am Teller, Besteck für Vorspeisen weiter außen. Besteck für Desserts wird oberhalb des Tellers auf den Tisch gelegt. Falls ihr nicht wisst auf welche Seite Gabel, Messer und Löffel gelegt werden: Immer so legen, wie es auch beim Verzehr gehalten wird.

Teller

Teller sollten nicht nur frei von Macken sein, sondern optisch auch zum Rest der Dekoraton passen. Da es mehr Sinn macht die Dekoration an die bestehende Geschirrausstattung anzugleichen, als umgekehrt, ist es beim Kauf des Geschirrs generell sinnvoll auf schlichte Artikel zurückzugreifen. Das hat den Vorteil, dass man hinsichtlich der Tischdekoration wesentlich flexibler ist.

Besonders festlich gestaltet ihr eure Tafel mit einem sogenannten Platzteller. Dieser wird unter den Hauptteller gestellt und bleibt bis zum Ende des Menüs beim Gast stehen. Er wird nicht direkt zum Essen verwendet, sondern dient lediglich der Dekoration. Eine Alternative sind Platzsets. Suppenteller werden übrigens in den Hauptteller gestellt.

Solltet ihr einen extra Brot-Teller pro Gast bereitstellen, um beispielsweise zur Vorspeise kleine Baguettescheiben zu reichen, wird dieser links neben dem Besteck platziert. Das Messer dazu liegt rechts auf dem Brot-Teller.

Tischdecke

Die Tischdecke sollte bei festlichen Anlässen aus feinem Gewebe wie Leinen, Jacquard oder Damast bestehen. Jacquard sieht dank aufwändiger Webtechnik mit matten und glänzenden Muster-Flächen besonders schön aus. Mit der Tischdecke könnt ihr den Grundton eurer Tischdekoration festlegen. Während eine weiße Tischdecke überaus schick und stilvoll aussieht und sich flexibel mit allen anderen Farben kombinieren lässt, könnt ihr mit Farben wie Rot, einem schillernden Grau oder romantischem Rosé Akzente setzen. Ich rate grundsätzlich dazu eine Festtafel farblich nicht zu überladen. Greift ihr zu einer einfarbigen weißen Tischdecke könnt ihr bei Kerzen, Dekoration und Blumen gerne zu kräftigen Farben greifen.

Aber auch Pastelltöne lassen sich mit weiß als Grundton perfekt in Szene setzen. Entscheidet ihr euch stattdessen für ein Tischtuch in kräftiger Farbe, solltet ihr beim Rest eher zurückhaltend sein. Ansonsten kann ein Tisch schnell unruhig und chaotisch aussehen.Besonders schön finde ich persönlich die farbliche Abstimmung von Tischdecke und Servietten. Damit habt ihr bereits einen passenden Grund-Aufbau der Dekoration und es braucht nicht mehr viel um den Tisch attraktiv zu decken.

Blumen

Schnittblumen wirken immer filigraner als Topfpflanzen. Achtet darauf, dass Blumensträuße oder einzelne Blumen in Vasen nicht zu hoch ausfallen. Sonst stören sie beim Unterhalten. Ihr könnt auch nur die Blüten in Schalen mit etwas Wasser legen. Clever arrangiert, lassen sich damit schönste Dekorationen gestalten. Achtet bei Blumen darauf saisonale/regionale Varianten zu kaufen. Das ist zum einen umweltfreundlicher und passt stets besser zur aktuellen Jahreszeit.

Kerzen

Auch Kerzen sollten nicht zu hoch sein. Sie müssen sicher stehen und so platziert sien, dass nichts drumherum anbrennen kann. Stimmt sie farblich auf den Rest der Deko ab. Mit filigranen Kerzenhaltern könnt ihr einfachsten Kerzen einen luxuriösen Stil verpassen. Wie ich bereits bei meinem Artikel zu meinen DIY-Adventskränzen gezeigt habe, lassen sich Kerzen mit Spitzenband noch festlicher gestalten. Besonders praktisch: selbstklebendes Band!

Die Dekoration

Bei der Tischdekoration ist es entscheidend gemeinsam mit Geschirr, Besteck und Gläsern ein harmonisches Gesamtbild zu erzielen. Nicht nur die Textilien wie Servietten, Tischdecke und Platzsets sollten farblich abgestimmt werden. Auch Blumen, Figuren oder was sonst noch so auf den Tisch kommt, harmoniert im Idealfall mit der gesamten Optik der Tafel. Ich habe einfach mal alle Einzelteile, die eine festliche Tafel ausmachen können, gelistet:

  1. Tischdecke
  2. Tischläufer
  3. Servietten
  4. Geschirr
  5. Gläser
  6. Besteck
  7. Kerzen
  8. Kerzenhalter
  9. Blumen
  10. Platzsets / Platzteller
  11. evtl. Dekoration aus Figuren, Naturmaterial usw.

Ich persönlich mag natürliche Deko-Elemente auf der Festtagstafel in Kombination mit thematisch passenden Artikeln am liebsten. Und gerade zur Weihnachtszeit liefert uns die Saison zahlreiche Ideen. Um euch die Auswahl ein wenig zu erleichtern, habe ich einige Anregungen gesammelt:

  • Christbaumkugeln
  • Figuren (Engel, Hirsche, Weihnachtsmänner)
  • Zweige
  • Tannenzapfen
  • Walnüsse
  • getrocknete Orangenscheiben
  • Zimtstangen
  • Ausstechformen

Die Dekoration könnt ihr entweder auf der gesamten Tafel verteilen und direkt auf die Tischdecke legen, oder ihr arrangiert eine oder mehrere Schalen. Toll finde ich auch kleine Körbe, die man mit Christbaumkugeln oder ähnlichem füllen kann.

Als Anregung habe ich ein paar Stilrichtungen und Beispiele aufgeführt:

  • Shabby Chic: Tischdecke und Servietten in Alt-Rosé, verspielte Porzellanfiguren in Pastelltönen, sowie weißes Geschirr, filigrane Kristall-Gläser. Je nach Geschmack Silberbesteck oder Alternativen mit Gold-Verzierungen.
  • schlicht: weiße Tischdecke, grauer Platzteller, weißes schlichtes Geschirr, Silberbesteck, edle Gläser, graue Servietten, silberne Kerzenhalter, weiße Kerzen, zarte Blumen in Grün und weiß.
  • Kupfer-Trend: Cremefarbene Tischdecke, Kupfer-Kerzenhalter, Kupfer-Serviettenringe, cremefarbene Servietten, schlichtes Geschirr in Creme, Platzteller in Kupfer, Silberbesteck, schlichte Gläser, Kupfer-Hirsche / Engel (winterlich)
  • weihnachtlich kontrastreich: weiße Tischdecke, roter Platzteller, rote Servietten, weißes Geschirr, rote Kerzen, Silberbesteck, grüne Tannenzweige, grüne Serviettenringe, rote Streu-Sterne.
  • weihnachtlich dezent: dunkelgraue Tischdecke, cremefarbenes Geschirr, schlichte Gläser, Cremefarbene Kerzen, silberne Kerzenhalter, Silberbesteck, helle Deko-Sterne aus Porzellan oder dekorativem Papier. Auch silberne und weiße Christbaumkugeln eignen sich hervorragend zum Dekorieren.
  • weihnachtlich klassisch: weiße Tischdecke, goldener Platzteller, weißes Geschirr, goldene Kerzenständer, weiße Kerzen, goldene Serviettenringe, Silberbesteck, goldene Deko-Sterne mit weißen Engel kombiniert.

Das sind natürlich nur wenige Beispiele und es gibt noch tausende Möglichkeiten. Diese sollen lediglich als Impressionen dienen. Ich hoffe ich konnte euch ein paar nützliche Ideen an die Hand geben und wünsche euch vorab viel Freude beim Tisch decken : )

Bildnachweis: „kaboompics“ / pixabay.com

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