30.08.17

Ihr habt die Nase voll von alten Duschkabinen, die Schmutz regelrecht anziehen und alles andere als ästethisch sind? Dann könnte der heutige Ratgeber das Richtige sein. Ich habe Wissenswertes rund um die Duschkabine zusammengefasst und gehe dabei auf verschiedene Lösungen ein.

Duschkabinen im Überblick

Ich persönlich bin zwar noch nicht in den Genuss gekommen ein nagelneues Badezimmer zu genießen, wenn es aber soweit ist, weiß ich schon ziemlich genau, welche Elemente nicht fehlen dürfen. Ganz oben auf meiner Agenda steht dabei eine bodenebene Dusche mit glatten Oberflächen. Denn wenn es eins ist, was mich tierisch nervt, dann ist es unsere relativ alte Duschkabine mit einer Vielzahl an Winkeln, Ecken und Kanten. Trotz gründlicher Reinigung sammeln sich Kalk und Schmutz einfach überall und hinterlassen unschöne Spuren. Moderne Duschkabinen aus Glas ohne Schwelle machen damit endgültig Schluss. Doch welche Dusch-Arten gibt es und worauf ist beim Kauf zu achten? Die folgende Liste klärt zunächst über die gängigsten Modelle auf:

  • Einbaudusche

Im Bereich der Einbauduschen wird grob in drei Sektoren unterteilt: Rund-, Eck- und Nischenduschen. Rund- und Eckduschen werden in einer Ecke des Badezimmers montiert. Sie sind die Platzsparer unter den Duschen. Die Standardmaße sind 90×90 Zentimeter. Während die Eckdusche eckig geformt ist, stellt die Runddusche meist einen Viertelkreis dar. Auch Fünfeck-Kabinen sind denkbar. Steht euch eine Nische zur Verfügung, kommt die Nischendusche zum Einsatz. Sie verwandelt die Nische lediglich durch eine Tür und gegebenenfalls kleineren Zwischenelementen in eine geschlossene Dusche.

  • Komplettdusche

Wie der Name vermuten lässt, ist dies eine vollständig geschlossene Duschkabine, die sich flexibel integrieren lässt. Sie muss nicht zwangsläufig in einer Ecke stehen oder an einer Wand angebracht sein. Ideal für günstige und zügige Renovierungen.

  • Walk In Dusche

Bei der Walk In Dusche könnt ihr nach Herzenslust eintreten, denn auf Türen wird hier komplett verzichtet. Üblicherweise wird die Walk In Dusche ebenerdig gestaltet. Ihr profitiert von reichlich Platz, einer optimalen Luftzirkulation dank offener Dusche und einer damit verbundenen vergleichsweise geminderten Schimmelbildung. Immer vorausgesetzt, es wird anständig gelüftet.

  • U-Kabine

Verlaufen zwei Seitenwände der Dusche von der Wand aus quadratisch beziehungsweise im Halbkreis und die Mauer stellt die Rückwand dar, spricht man von der U-Kabine. Bei der quadratischen Form ergibt die Anordnung der Seitenwände und Front ein U, deshalb der Name. Optimal für großzügige Badezimmer geeignet. Aufgrund von dreierlei Seiten aus Glas (oder anderem Material) hat man eine schöne Rundum-Sicht ins Bad.

  • Großraumdusche

Eine Großraumdusche zeichnet sich in erster Linie durch die großzügigen Platzverhältnisse aus. Großraumduschen können U-Kabinen, Walk In Duschen oder große Eckduschen sein. Bei Bedarf lassen sich diese Modelle geschlossen und mit Duschwanne realisieren.

Einen Eindruck zu den optischen und funktionalen Unterschieden der hier gelisteten Duschkabinen vermittelt unter anderem das Angebot von BadDepot, einem Online-Fachhandel für alle, die ihr Badezimmer neu gestalten möchten. Über diese Seite wurde ich auch auf die Walk In Duschen aufmerksam, die für barrierefreie Bäder prädestiniert sind. Mit Produktbildern und Artikelbeschreibungen von Onlineshops könnt ihr euch die Eigenschaften und Vorzüge der individuellen Lösungen noch besser vorstellen. Ergänzend dazu kann sich der Gang in lokale Geschäfte lohnen, um sich bedarfsgerecht beraten zu lassen.

Bodengleich oder erhöht?

Schwellenlose Duschen mit Duschrinnen sind eine feine Sache. Nicht nur optisch, sondern auch hinsichtlich eines altersgerechten Umbaus. Schließlich müssen wir alle mal an später denken und wenn wir nicht mehr zu 100 Prozent mobil sind, sind wir froh, wenn wir ohne Stufe beziehungsweise Schwelle in die Dusche treten können. Erhöhte Duschwannen und Badewannen zählen zu den Unfallverursachern im Haushalt! Nicht nur für Senioren, sondern auch für junge Menschen. Bodenebene Duschen sind da deutlich im Vorteil. Wir können komfortabel ein- und austreten und das Risiko des Ausrutschens sinkt. Problematisch bei bodengleichen Duschwannen ist ihr Einbau, denn der bringt im Vergleich zu erhöhten Duschwannen mehr Aufwand und somit mehr Kosten mit sich. Erhöhte Duschwannen weisen eine Höhe von bis zu 30 Zentimeter auf und sind günstiger bei Anschaffung und Einbau.

Nachfolgend ein kleines Arrangement mit typischen Duschwannen-Materialien:

  • Granit
  • Marmor
  • Mineralguss
  • Acryl
  • Stahlemaille
  • Sanitärkeramik

Neben Duschwannen (auch als Duschtassen bezeichnet) gibt es zur Realisierung einer bodenebenen Dusche die Möglichkeit den Duschboden vollständig zu fliesen. Dann wird kein Auffanggefäß für das Wasser eingesetzt, sondern Fliesen platziert. Kommen die identischen Fliesen wie beim Rest des Badezimmerbodens zum Einsatz, ist der optische Übergang zur Dusche fließend. Das Bad erscheint noch größer. Punktabzug gibt´s für die Pflege. Marketingleiterin bei Kaldewei Nicole Rösler empfiehlt im Interview gegenüber dem Wohnmagazin Schöner Wohnen: „Eine emaillierte Duschfläche lässt sich viel besser reinigen, und das Wasser fließt sauber ab. Große Fliesen kann man kaum passgenau absenken. Kleine Mosaikfliesen haben unzählige Fugen, die nur kurze Zeit hygienisch und schön sind, und irgendwo bleibt immer eine Pfütze zurück, mit den bekannten Folgen.“

Duschrinnen für barrierefreie Duschen werden in der Regel aus rostfreiem Edelstahl gefertigt und in den Estrich integriert. Neben dem Grundkörper und dem Ablauf besteht eine solche Duschrinne aus einer Abdeckung, die wiederum aus verschiedenen Materialien wie Edelstahl oder Glas gefertigt sein kann. Auch speziell für Naturstein oder Fliesen gibt es schicke Lösungen, welche die Duschrinne bis auf eine unauffällige Lücke im Boden nahezu unsichtbar machen. Hässlichen Abflüssen könnt ihr dank innovativen Duschrinnen Lebewohl sagen!

Alternativ zur Duschrinne gibt es den runden Bodenablauf und den Wandablauf. Beim Bodenablauf läuft Wasser über ein Gefälle zur Mitte hin ab. Der Wandablauf ist besonders optisch interessant, weil der Boden völlig frei bleibt von einem Ablauf und keinerlei Stolperfallen zustande kommen. Um zu gewährleisten, dass das Duschwasser zackig abläuft, ist sowohl bei Duschrinnen als auch Wandabläufen ein Gefälle unverzichtbar.

Mit Rahmen oder ohne?

Welche Bauart ihr bei den oben vorgestellten Duschvarianten wählt, hängt von eurem Geschmack und Anspruch ab. Vollgerahmte Duschkabinen sind in der Regel völlig dicht. Spritzwasser hat keine Chance und der Rest vom Badezimmer bleibt trocken. Eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft. Nachteil: Vollgerahmte Duschen wirken oft relativ massiv und sind mit einer Duschwanne verbunden. Geschmackvoller sind teilgerahmte Produkte. Ihr Charakter ist von Leichtigkeit geprägt. Häufig kommt ein Profil zum Einsatz, dass die Tür abdichtet. Das Scharnier ist im Rahmen eingefasst.

Noch eleganter sind rahmenlose Duschkabinen, denn hier kommt gar nicht erst das Gefühl einer Kabine auf. Stattdessen ist alles schön luftig und „offen“. Wer sich aber für diese Duschart entscheidet, sollte noch penibler auf die Qualität achten. Bei günstigen Angeboten lässt die Dichtigkeit zu wünschen übrig und am Ende seid ihr ständig am Nachwischen, weil das halbe Badezimmer nass wird.

Duschtüren im Überblick

Nicht weniger vielfältig ist die Auswahl bei Duschtüren:

  • Falttüren: Diese Tür besteht aus mehreren Elementen und eignet sich bestens für beengte Platzverhältnisse. Sie wird normalerweise nach innen geöffnet. Aufgrund der Tatsache, dass durch den Türmechanismus mehrere Teile miteinander verbunden werden müssen, fällt das Putzen im Vergleich zu einer durchgängig geraden Tür schwerer. Schmutz und Feuchtigkeit bleiben in den Zwischenräumen eher „hängen“.
  • Schiebetüren: Sie sind ebenfalls perfekt für kleine Badezimmer. Damit lassen sich Duschen auch direkt hinter der Zimmertür integrieren. Die Türelemente werden ineinandergeschoben und verbleiben in einer Führung. Zudem gibt es Schiebetüren, die aus nur einem Teil bestehen und bei größeren Duschen Verwendung finden, um die minimalistische Stilrichtung zu betonen und den Komfort zu erhöhen. Leichtgängige Schiebetüren können beim Duschen sehr luxuriös sein und erfordern kaum Kraft zur Bedienung.
  • Schwenktüren: Sind nur dort nutzbar, wo ausreichend Platz ist, aber insgesamt pflegeleichter als Schiebe- oder Falttüren. Sie werden üblicherweise nach außen geöffnet, weil sie ein großes Element darstellen.
  • Pendeltüren: Pendeltüren lassen sich in beide Richtungen öffnen bzw. schließen. Oft sind es zweiteilige Elemente.

Für Sparfüchse: Der Duschrollo!

Besonders günstig lässt sich der Duschbereich übrigens mit einem Duschrollo gestalten. Ähnlich wie bei einem herkömmlichen Rollo für die Fenster, schützt das Duschrollo das Badezimmer vor Spritzwasser. Es wird an der Raumdecke befestigt und bei Bedarf bequem auf- und abgerollt. Dank stilvoller Motive und hochwertiger Materialien sehen gute Duschrollos einige Zeit attraktiv aus. 100-prozentige Dichtigkeit lässt sich aber nicht erreichen, da solche Rollos fast nie perfekt mit Wand und Boden abschließen. Gegenüber herkömmlichen Duschvorhängen haben Duschrollos den Vorteil, dass sie ordentlich und außerhalb des Sichtfeldes verstaut werden können. Außerdem kleben sie aufgrund von Gewichten im unteren Bereich nicht unangenehm am Körper. Das hasse ich, deshalb würde ich mir nie einen Duschvorhang anschaffen : )

Duschabtrennung – 6 Auswahlkriterien

Wenn ihr auf der Suche nach einer perfekten Duschlösung seid, solltet ihr euch über zentrale Kriterien Gedanken machen. Die folgende Liste enthält elementare Punkte, die euch die Kaufentscheidung erleichtern sollen:

  1. Wasserschutz: Die wichtigste Aufgabe, die eine Duschabtrennung erfüllen muss, besteht im Schutz vor Spritzwasser. Nicht nur, damit wir weniger putzen müssen, sondern auch zur Reduzierung der Unfallgefahr. Schließlich sind nasse Böden extrem riskant. Achtet darauf, dass die Abtrennung maximale Dichtigkeit aufweist. Die Dichte wird folgendermaßen angegeben:
  • DF 1-> 100 Prozent dicht
  • DF 2 -> 95 Prozent dicht
  • DF 3 -> 85 Prozent dicht

Die 100-prozentige Dichtigkeit ist zwar nicht immer drin, aber DF 2 sollte es schon sein.

  1. Bauformen: Ob ihr euch für eine Walk-In-Dusche ohne Türen, eine U-Kabine oder eine günstige Einbaudusche entscheidet, hängt von eurem Einrichtungsstil, dem verfügbaren Platz und eurem Budget ab. Preislich sind nach obenhin keinerlei Grenzen gesetzt.
  2. Pflegeaufwand: Meiner Meinung nach ist bei der Auswahl der Duschabtrennung der bevorstehende Pflegeaufwand ein wichtiges Kriterium. Gerade wenn man das Bad umgestaltet, will man ja später weniger Arbeit haben und nicht mehr. Glas ist diesbezüglich super, denn es ist pflegeleicht, langlebig und sieht einfach immer edel aus. Mit neuen Versiegelungen werden Oberflächen von Duschkabinen noch pflegeleichter, weil Wasser schneller abperlt und Schmutz weniger ansetzt.
  3. Sichtschutz: Nicht jeder mag es, wenn die Duschkabine völlig transparent ist. Viele fühlen sich wohler, wenn zumindest intime Zonen durch blickdichte Einsätze verdeckt sind. Es gibt hunderte Varianten für schönen Sichtschutz. Neben Glas, das im Kopf-Bereich freie Sicht ins Badezimmer gewährt sowie bis zu den Knien transparent, aber zwischen Oberschenkeln und Hals blickdicht ist, gibt es vollständig Sichtschutz-Lösungen aus Milchglas beziehungsweise strukturiertem Kunststoff. Für jeden Bedarf ist etwas Passendes dabei.
  4. Barrierefreiheit: Wer heute sein Bad renoviert oder gar neu baut, sollte immer barrierefrei planen! Ansonsten müsst ihr später erneut Modernisieren und das kostet unnötig Geld.
  5. Stabilität: Egal ob Rahmen, Duschwanne, Duschrinne oder Seitenteile und Türen: Stabilität ist bei der Dusche das Nonplusultra. Hochwertige Duschen sind strapazierfähig und halten einiges aus. Bei Tür und Seiten ist  Sicherheitsglas ein Muss, damit auch im Ernstfall keine schlimmeren Verletzungen durch Schnitte zustande kommen. Generell habt ihr vielerorts die Wahl zwischen Glas und Kunststoff. Die folgende Pro- und Contra-Liste stellt die beiden Materialien gegenüber:

Glas

Pro & Contra

Kunststoff

 

Ich hoffe ich konnte euch damit einen ersten Überblick über die wichtigsten Informationen geben und wünsche euch viel Freude beim Umgestalten eures Badezimmers : )

Viele Grüße,

Gaby

 

Weitere Beiträge zum Thema Badezimmer findet ihr hier:

 

Bildquellen: midascode / GregoryButler / La-Belle-Galerie / pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.