18.11.14

Nachdem ich im letzten Jahr einen meiner beiden Schuhschränke umgestaltet habe, war vor wenigen Wochen der nächste dran. Der Flur sollte nach und nach einen maritimen Look bekommen und mit diesem Möbelstück habe ich den letzten Schritt geschafft ; ) Heute Teil 1.

Schuhschrank zuvor und Gründe zur Umgestaltung

Bei diesem alten Schuhschrank hatte ich mir vorgenommen die sogenannte Kontrastschicht-Methode anzuwenden, wie ich sie hier beispielsweise gefunden habe (weiter unten erkläre ich mehr dazu). Grund dafür war, dass mir zum einen das Holz des Möbelstücks nicht gefiel und zum anderen wollte ich mit Hilfe der Kombi aus Blau und Weiß einen maritimen Look erzielen. Durch Abschleifen versteht sich! Grundsätzlich war dieses Projekt eigentlich von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Warum? Weil man diesen Schrank eigentlich nicht hätte anmalen können, weil es sich um kein richtiges Holz handelt, sondern um einen billigen Pressspan-Mist. Entschuldigt meinen Ausdruck, aber so ist es nunmal.

Schuhschrank_vorher

Die billigen Platten, aus denen der Schuhschrank „entworfen“ wurde, ist mit einer Dekor-Klebefolie versehen. Die Oberfläche ist daher denkbar ungeeignet zum Streichen. Aber dickköpfig wie ich manchmal sein kann, wollte ich die Optik umbedingt an den Stil meiner übrigen Möbel anpassen und hatte keine Lust etwas neues zu kaufen. Schließlich ist der Schuhschrank vom Prinzip her echt praktisch weil er jede Menge Platz im Inneren bietet. Fast meine kompletten Schuhe finden darin Platz. Im anderen Schuhschrank hat meine bessere Hälfte sein Schuhwerk verstaut.

Ein weiterer Grund für meine Sturheit war, dass ich noch jede Menge des Buntlacks (Acryllack) in cremeweiß übrig hatte, den ich hierfür bereits zur Regalaufbereitung verwendet habe. Und auch wenn ich grundsätzlich nicht viel von solchen Lacken halte, kann ich ihn auch nicht einfach entsorgen. Der Vorteil dabei war, dass es nicht schlimm gewesen wäre, wäre das Projekt in die Hose gegangen. Der Lack war günstig und es hätte mir nicht wehgetan wenn der Schuhschrank anschließend hätte ebenfalls entsorgt werden müssen. Glücklicherweise war dies nicht der Fall ; )

Schleifen – Unverzichtbare Vorarbeit

Auch wenn es mir ziemlich sinnlos erschien die Oberfläche in diesem Fall abzuschleifen, tat ich es doch. Ich erhoffte mir, dass der Lack so wenigstens ein wenig besser haftet. Und ich denke unterm Strich war es auch so. Zumindest rede ich es mir schön ; )

Als schliff ich das gesamte Möbelstück ab. Dafür verwendete ich ziemlich grobes Schleifpapier. Da die Ecken und Kanten rundum sehr exakt und wenig charmant wirken, habe ich das mit einer Feile angepasst.

Schleifen

Das Schleifen macht mir wie immer nicht besonders Spaß, aber es muss einfach sein. Umso mehr man in die Vorarbeiten investiert, desto besser das Ergebnis.

Schleifen

Nachdem ich auch mit der Feile fertig war…

... konnten sich die Ecken schon eher sehen lassen. Hier sieht das noch nicht so toll aus, aber nach dem ersten Anstrich sind die unschönen Übergänge kaum noch zu sehen.

Fertig mit der anstrengenden Schleifarbeit…

Der erste Anstrich für den Kontrast

… ging es endlich ans Streichen. Ich liebe es Farben zu benutzen. Das macht gleich viel mehr Spaß : ) Ich verwendete für den ersten Anstrich herkömmliche Vollton- und Abtönfarbe. Die hatte ich ebenfalls noch da. Restbestände meiner Schwester, die als Malerin tätig ist. Die verwendete ich unverdünnt. Lediglich gut umrühren und schon kannst losgehen.

Zur Kontrastschicht-Methode an dieser Stelle noch eine Erläuterung: Bei der Kontrastschicht-Methode greift man bewusst zu zwei oder mehreren kontrastreichen Farbtönen. Diese trägt man nacheinander in der gewünschten Reihenfolge auf. Sobald eine Schicht trocken ist, kann die nächste aufgetragen werden. Sobald man mit allen Farben fertig ist, kann der eigentliche Effekt der Methode hervortreten. Durch das Abschleifen mit Schleifpapier oder Feilen entfernt man vorsichtig die oberste beziehungsweise mehrere Schichten. Dadurch kommen die unterliegenden Farben zum Vorschein. Ein toller Shabby Chic und Vintage Look entsteht!

Mir hat dieser Look schon immer super gefallen, aber ich habe die Methode bisher nie selbst angewandt. In Kontakt kam ich damit nur bei meiner Arbeit an dem alten Medizinschrank. Das kleine Teil fiel mir zufällig in die Hände und da versuchte ich das beste draus zu machen. Während ich die oberste und völlig poröse Schicht abschliff kamen mehrere Farben hervor. Auch hier konnte ich die Kontrastschicht-Methode für einen tollen Look nutzen. Nur hatte ich den Vorteil, das mir die Arbeit mit dem Streichen schon abgenommen wurde ; ) Aber wohl eher zufällig als bewusst. Das Schränkchen wurde über die vielen vielen Jahre immer wieder übermalt, weil es wohl durch die lange Karriere sehr gelitten hatte.

Ich strich also in meinem Fall hier zunächst den gesamten Schuhschrank knall Blau an. Sieht übel aus ich weiß. Aber es war von Anfang an klar, dass er am Ende hauptsächlich weiß wird. Ich wollte lediglich an den Kanten, Ecken und einigen Stellen mittendrin den Shabby Look kreieren in dem ich das Schleifpapier schwang. Der Anstrich verlief, nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Denn aufgrund der immer noch recht glatten und für Farben einfach ungeeigneten Oberfläche, hielt die Farbe stellenweise nicht gut. Die Haftung war ein schlechter Witz. Aber ich war ja selbst schuld. Da musste ich also durch ; ) Aber mit möglichst wenig Farbe und Geduld hat es am Ende ganz gut geklappt.

Wenn auch ihr diesen Effekt erzielen wollt, müsst ihr euch einfach überlegen, welche Farben passen. Die Farbe, die lediglich an gewissen Stillen hervorblitzen soll, kommt als erste Schicht dran. Die oberste Farbe, die hauptsächlcih zu sehen sein soll, kommt obendrauf. Allerdings ist diese Faustregel auch nur eine Orientierung. Denn manchmal ergibt es sich erst beim Arbeit, wie weit man beim Schleifen geht. Möglicherweise gefällt euch der Effekt ja so sehr, dass ich die „Deck-Farbe“ stark runterschleift. Das muss man einfach sehen.

Allerdings will ich euch direkt warnen: Die Lehre, die ich aus diesem Projekt ziehe lautet: Sei vorsichtig mit Acryllack in Verbindung mit der Kontrastschicht-Methode. Denn ich habe ordentlich Probleme bekommen den weißen Lack am Ende wieder runter zu bekommen. Aber dazu im zweiten Teil mehr. Möglicherweise lag es auch nur daran, dass die Oberfläche einfach Schrott war und damit die ganze Methode nicht funktioniert. Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht hätte es besser funktioniert, wenn es sich um eine echte Holzoberfläche gehandelt hätte. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich die Methode anwende. Ich werde also noch dahinter kommen ; )

Wachsen

Nach dem die blaue Kontrastschicht trocken war, nahm ich das Wachs eines Teelichts zur Hand und rieb damit über alle Stellen, die später geschliffen werden. Der Grund: Durch das Wachs soll das Schleifen des Lacks leichter fallen und sich dieser einfacher wieder entfernen lassen.

Ob das funktioniert hat, erfahrt ihr im zweiten Teil!

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