02.12.15

Nachdem ich euch im ersten Teil meiner Beitragsreihe zum Thema Schlafzimmer neu gestalten gezeigt habe, welche Materialien ich verwendet habe, folgt heute die Fortsetzung mit Angaben zur Renovierung. Heute zeige ich euch anhand unseres Schlafzimmers, was bei den Vorbereitungen und dem Streichen wichtig ist.

Vorab möchte ich mich für die schlechte Qualität der Bilder entschuldigen. Leider habe ich den Großteil der Malerarbeiten am Abend erledigt, wo es draußen schon dunkel war. Dementsprechend sehen die Fotos aus. Aber ich denke das Wichtigste kann man dennoch erkennen : )

Schlafzimmer streichen – Material und Werkzeug

Neben der Anschaffung von Schlafzimmer Farben und Co. waren weitere Werkzeuge zum Renovieren nötig:

  • Farbrolle
  • Pinsel
  • Abrollgitter
  • Klebeband zum Abkleben
  • Tücher und Folie zum Abdecken von Möbeln und Böden
  • Haushaltsleiter
  • Eimer
  • Messbecher zum Mischen der Farbe für eine Wand
  • Schraubenzieher
  • Maßband/Lineal

Schlafzimmer Farbe

Besonders überzeugend fand ich bei der hier verwendeten Profi-Innendispersionsfarbe von Schöner Wohnen die Tatsache, dass sie mit dem „Der Blaue Engel“ Zertifikat ausgezeichnet wurde. Dieses Umweltzeichen erhalten nur Produkte, die besonders umweltschonend und emissionsarm sind. Das Umweltzeichen steht für Wandfarben, welche sehr wenig Lösemittel und nur minimal Weichmacher enthalten dürfen. Auch die Menge an Konservierungsstoffen ist begrenzt. Diese Farbe ist auch für Allergiker wie mich gut geeignet.

Ich muss zugeben, dass mich dieses Umweltzeichen sowie die anderen positiven Merkmale der Farbe, die ich in Teil 1 erläutert habe, überzeugten. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Der Eimer Polarweiß 12,5 Liter hat rund 43 Euro gekostet, was ich für einen guten Preis halte. Hochwertige Farbe vom Malerfachgeschäft kann locker mehr als 60 Euro kosten. Diese Preise sind in der Regel gerechtfertigt, da diese Farben wesentlich besser sind als billige Alternativen von No-Name-Herstellern.

Vor vielen Jahren, als es wohncore noch lange nicht gab, haben wir unsere damalige Wohnung mit sehr billiger Farbe renoviert. Die Quittung bekamen wir sowohl beim Streichen als auch danach. Zum einen lässt sich Billigfarbe oft wesentlich schlechter auftragen und zudem spritzt sie wie verrückt. Natürlich kann man nicht alle Produkte in eine Schublade stecken, aber generell lohnt sich die Investition in gute Produkte. Die damals verwendete Billigfarbe hatte außerdem den Nachteil, dass man bei kleinsten Berührungen sofort Flecken darauf sah. Das passiert bei exklusiver Farbe nicht.

Da diese Schlafzimmer Renovierung nun schon ein Weilchen zurückliegt, kann ich nur Positives von den Farben berichten. Nicht nur das Arbeiten damit hat Spaß gemacht, auch die Ergebnisse sind top. Eine Schicht hat wunderbar gedeckt und es entstanden im Nachhinein keinerlei Verfärbungen oder sonst irgendwelche Mängel. Und nein, ich habe von Schöner Wohnen keine Farbe geschenkt bekommen! Ich habe mich nach eingehender Recherche einfach dafür entschieden und sie in einem Fachhandel gekauft, weil mir ein wohngesundes Material wichtig war.

Solltet ihr die gleiche Farbe verwenden wollen, könnt ihr sie über folgenden Button

bei Amazon kaufen

Abtönfarbe

Die Abtönfarbe ist emissionsarm, Lösemittelfrei und ohne Weichmacher gefertigt. Wollt ihr ebenfalls Farben selbst mischen, solltet ihr immer darauf achten, dass alle Komponenten schadstofffrei und umweltfreundlich sind. Denn was bringt es, wenn der große Farbeimer den Blauen Engel hat, ihr aber billige Abtönfarbe voller Schadstoffe nutzt? Eben, das wäre wirklich Quatsch! Wie ich die beige Wandfarbe gemischt habe, erfahrt ihr weiter unten.

Über diesen Button, könnt ihr die Abtönfarbe

bei Amazon kaufen

Schlafzimmer vorher

Um später einen Vorher-Nachher-Vergleich machen zu können, habe ich unser Schlafzimmer vor den Renovierungsarbeiten fotografiert. Eingerichtet sieht man noch nicht, wie dreckig die Wände waren. Generell ist der Raum zwar nicht unbedingt hässlich, aber überzeugend fand ich es dennoch schon länger nicht mehr. Besonders ein neuer Anstrich war nötig. Aber auch das gewisse Etwas in Sachen Dekoration fehlte. Aber dazu dann später mehr.

Vorbereitungen

Generell müssen Wände und Decken vor dem Streichen von Schmutz befreit werden. Solltet ihr also Spinnweben oder sonstiges auf den Oberflächen feststellen, entfernt das alles bevor es los geht.

Die wichtigsten Vorbereitungen im Überblick:

  • Wände frei räumen (Bilder abhängen, Lampen entfernen, Möbel beseite Stellen usw.)
  • Lichtschalter, Steckdosen und sonstige Dinge abschrauben
  • Bodenleisten entweder abschrauben oder exakt abkleben
  • Fensterbretter und ähnliches abkleben
  • Möbel, die aufgrund der Größe im Raum bleiben sorgfältig abdecken
  • Böden abdecken und darauf achten, dass alle Stolperfallen entfernt werden
  • Eimer mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel bereit stellen, falls doch mal etwas Farbe daneben geht. Dann könnt ihr sie schnell entfernen

Wenn man die Wände von Möbeln, Bildern und Co. befreit, sieht man oft erst richtig, wie schmutzig die Wände sind. So war es auch bei mir. Als die Wände leer waren, traf mich der Schlag. Überall Schmutz und Abdrücke hinter den Bildern. Furchtbar ; )

Man kann es wahrscheinlich nur schwer erkennen auf den Bildern, aber die Wände hatten wirklich überall Flecken hinter Regalen und Bilderrahmen. Die nächsten beiden Bilder zeigen es deutlicher denke ich.

Der Kleiderschrank und die kleinere Kommode daneben ließ ich im Raum stehen. Das wäre mir zuviel Aufwand gewesen. Und da sie sich relativ leicht verschieben lassen, war das kein Thema. Auch das Bett blieb stehen. Ich schob es lediglich in die Raummitte, um gut an die Wände zu gelangen. Mit einem großen Tuch deckte ich es ab.Vor den Streicharbeiten wird die Farbe gründlich umgerührt. Farbrollen und Pinsel feuchte ich vor Beginn immer leicht an, da das Malerzubehör die Farbe so besser aufnehmen kann und das Streichen leichter fällt.

Schlafzimmer gestalten – Tipps zum Streichen

Nachdem alles abgeklebt und vorbereitet war, konnte ich endlich starten! Zunächst streiche ich immer alle Ecken und Kanten vor. Schließlich soll man die Pinselstriche, die dafür nötig sind, am Schluss nicht mehr sehen. Deshalb ist es sinnvoll diesen Schritt zuerst zu erledigen. Das gilt sowohl für die Zimmerdecke als auch für Wände. Immer erst die Kanten und dann die Flächen.

Sobald die Kanten gestrichen sind, wird der Farbunterschied deutlich. Man muss sich ja fast schämen, wenn man das sieht! Aber ich möchte euch nichts vorenthalten ; )

Zudem sollte man die Decke zu Beginn streichen, um die Wände, die wesentlich mehr im Fokus des Betrachters stehen, am Ende nicht noch versehentlich zu verunstalten. Sobald alle Ecken, Kanten und die Decke fertig ist, fängt für mich immer der eigentliche Spaß an: Das Streichen der Flächen. Das macht mir am meisten Spaß, weil man dabei sofort ein Ergebnis sieht und es einfacher von der Hand geht. Generell sind die Vorbereitungen immer das Zeitaufwändigste. Das Streichen an sich geht relativ zügig.

Die Farbe roch übrigens sehr angenehm und ich hatte keinerlei Kopfschmerzen oder sonstige Beschwerden beim Schlafzimmer renovieren, wie ich es leider schon bei Billig-Farben erlebt habe, die oft sehr streng riecht.

Beim Streichen mit der Rolle immer zwei bis drei Bahnen Farbe auftragen und diese dann nicht nur von oben nach unten auftragen, sondern auch im Kreuzgang verteilen. Gerade bei unebenen Oberflächen, wie bei unserer Rauhfaser ist das wichtig, damit die Farbe gut verteilt wird und keine freien Stellen zurückbleiben. Ist der Kreuzgang auf den entsprechenden Bahnen erledigt, noch ein letztes Mal senkrecht rollen. Mit dieser Technik entsteht ein gleichmäßiges Ergebnis.

Um euch das Schlafzimmer streichen zu vereinfachen, beginnt ihr am Fenster und arbeitet euch von dort aus vor bis der gesamte Raum fertig ist. Falls ihr Zwischendurch eine Pause einlegen wollt, macht das am besten immer erst, wenn eine Wand vollständig gestrichen ist. So beugt ihr Farbabsätzen vor. Während den Zwischenstopps alle Werkzeuge in eine Plastiktüte packen und den Farbeimer schließen, damit nichts eintrocknet.

Ich habe nur eine Schicht der weißen Schlafzimmerfarbe auftragen müssen. Sie deckt so gut, dass anschließend keinerlei Flecken mehr sichtbar waren. Ob ihr eine zweite Schicht benötigt, hängt von Untergrund und Farbe ab. Aber auch hier wieder der Hinweis zur Qualität: Bei hochwertiger Farbe spart ihr euch nicht selten einen weiteren Anstrich, weil die Farben eine höhe Deckkraft haben. Unterm Strich ist billige Farbe daher nicht unbedingt günstiger, wenn man mehr Material braucht!

Bei dieser Wandfarbe dauert die Trocknung ca. sechs Stunden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Endlich wieder eine schöne weiße Fläche! Da geht´s einem gleich besser : )

Farbgestaltung Schlafzimmer – Farbliche Akzente setzen

Ich mag zwar weiß als Wandfarbe sehr, aber ich wünsche mir schon lange einen farblichen Akzent. Deshalb kaufte ich zum Schlafzimmer renovieren die braune Abtönfarbe für die Wandgestaltung. Damit sollte die Wand hinter dem Bett gestrichen werden. Für eine raffinierte Optik entschied ich mich für einen Rand. Die hellbraune Farbe, die ich selbst mischte, wurde also nicht auf der gesamten Wand aufgetragen. An allen Seiten klebte ich einen Rand ab, der weiß bleiben sollte.

Zum Mischen noch ein Hinweis:

Ich mischte einen kleinen Teil der weißen Farbe mit brauner Abtönfarbe. Ich nahm mir beim Händler eine entsprechende Mischkarte mit. Da steht genau drauf in welchem Verhältnis man vorgehen muss, um einen bestimmten Farbton zu erhalten. Zudem kann man darauf anhand von Beispielen schauen, welche Nuance am besten passt. Mit einem Messbesser habe ich die Menge der braunen Farbe abgemessen. Beim selbst Mischen ist es elementar die Farben gründlich zu verrühren.

Hinweise zum Abkleben

Der erste Schritt für einen solchen Rand ist das Abkleben. Die Herausforderung bestand darin eine exakte Kante zu kleben. Das ist gar nicht so einfach. Wer das schon probiert hat, wird an dieser Aufgabe vielleicht schon verzweifelt sein. Denn das reine Abkleben im gewünschten Abstand ist noch lange keine Garantie für saubere Kanten. Beim Abziehen des Klebebands können unschöne Wellen und Risse entstehen. Und das gilt selbst dann, wenn man das Klebeband abzieht, solange die Farbe noch feucht ist.

Das rechtzeitige Entfernen von Klebeband ist sowieso immer ein Muss! Wer wartet bis die Farbe trocknet, reißt sich die Farbe wieder runter. Der ideale Zeitpunkt zum Abziehen ist erreicht, wenn die Farbe nach einigen Minuten leicht anzieht und matt wird. Sollte sie noch glänzen, lieber noch einige Minuten warten!

Der erste Tipp, den ich euch bezüglich des Abklebens geben kann, ist Malerklebeband zu nehmen. Paketklebeband oder sonstige Sachen sind ungeeignet. Wenn´s ganz blöd läuft, macht ihr euch den Untergrund kaputt oder entfernt Farbe/Tapete.

Das Klebeband muss sehr gut aufgetragen werden. Streicht mit der Hand mehrmals die Kanten nach, um Lücken zu vermeiden. Für schöne Kanten bei abgesetzten Farbflächen, gibt es verschiedene Anleitungen und Tipps. Einige sind mehr einige weniger aufwändig. Ich habe mir von einem Kumpel, der Lackierer ist und Flächen täglich mehr als exakt abkleben muss, praktische Tipps geholt (Danke Markus an dieser Stelle ; ))

Um die Vorgehensweise zu erklären, die ich gewählt habe, hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Grundfläche zunächst in der gewünschten Farbe streichen und vollständig durchtrocknen lasse
  2. Dann die Breite des Randes festlegen
  3. Um mit Bleistift nicht auf der frisch gestrichenen Wand zeichnen zu müssen, habe ich einige Stücke Klebeband an einer Stelle aufgetragen und den Bleistift-Strich an der entsprechenden Stelle platziert
  4. Die gleiche Vorgehensweise habe ich an allen vier Ecken angewandt. Zwischendrin habe ich nichts vorgezeichnet, sondern die Kleberolle zur Hand genommen und das Band in einer Linie von oben nach unten durchgezogen. Dabei habe ich alle 50 Zentimeter angehalten, um die Breite nachzumessen. Dann das Klebeband bis zu der Stelle fest streichen und weiter geht´s, bis man die gesamte Strecke von oben nach unten oder umgekehrt zurückgelegt hat. Am Schluss hat man einen rundum identisch breiten Rand. Zieht das Klebeband währenddessen immer schön gerade und streckt es leicht, damit ein gerader Verlauf gegeben ist.
  5. Der eigentlich Clou kommt jetzt: Jetzt streicht ihr den inneren Bereich, der eigentlich eine andere Farbe bekommen soll zuerst mit der Grundfarbe der Wand nach (in meinem Fall weiß)! Warum? Weil dann diese Farbe, die ja sowieso der Untergrund werden soll, in alle noch übrig gebliebenen Zwischenräume am Klebeband läuft und die abgeklebte Kante perfekt „versiegelt“. Diese Farbe auch vollständig trocknen lassen!
  6. Erst jetzt folgt der eigentliche Farb-Anstrich mit der anderen Farbe (hier braun). Diese tragt ihr, wie vorhin bei „Tipps zum Streichen“ beschrieben, auf.

Zwischendrin kann man leichte Panikanfälle bekommen, wenn man die Streifen auf der Fläche sieht. Zumindest ging es mir kurzzeitig so. Aber sobald die Farbe trocknet, verschwinden diese und alles ist in Butter!

Und ich würde sagen, die Kanten können sich sehen lassen oder? : )

Zwar sind zwischendrin ganz leichte Absätze zu sehen, aber das stört mich nicht. Insgesamt hat der Trick mit dem Abkleben und Überstreichen prima geklappt!

Am Ende sah das Ganze so aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Der Farbton ist ein sanftes Hellbraun, das eine beruhigende Wirkung hat und super zum Schlafzimmer passt.

Bilder zum fertig eingerichteten und renovierten Schlafzimmer gibt´s dann im dritten Teil. Dann folgen zudem Tipps zum Entsorgen von Farbresten, der Aufbewahrung von Farben und einiges mehr. In kommenden Teilen bekommt ihr auch Schlafzimmer Ideen zum Einrichten, Informationen zu geeigneten Schlafzimmer Farben und vieles mehr.

Schlafzimmer renovieren – Die wichtigsten Tipps

  • Farben sorgfältig umrühren
  • Wände von Schmutz und Staub befreien
  • Lichtschalter, Steckdosen, Bodenleisten abschrauben
  • Fensterbretter und ähnliches abkleben
  • Möbel, Böden und Co. abdecken
  • Pinsel und Farbrollen anfeuchten
  • Ecken und Kanten vorstreichen mit Pinsel
  • Flächen schrittweise zuerst im Kreuzgang, dann abschließend senkrecht streichen
  • Vom Fenster aus in den Raum vorarbeiten
  • Wände immer ohne Pause fertig streichen
  • Während Pausen Streichwerkzeug in Tüte packen
  • Nach dem Streichen Streichwerkzeug umgehend mit Wasser und Seife von Farben befreien
  • Farbeimer gut verschließen

Schlafzimmer gestalten – Teil 1 – Material und Dekoration

Schlafzimmer gestalten – Teil 3 – Tipps und Informationen zu Farben

Schlafzimmer gestalten – Teil 4 – Tipps zu Einrichtung und Dekoration

Schlafzimmer gestalten – Teil 5 – Tipps zu Pflanzen

Schlafzimmer gestalten – Teil 6 – Tipps zur Beleuchtung

Trackbacks/Pingbacks

  1.  Schlafzimmer gestalten – Teil 3 – Tipps und Informationen zu Farben › wohncore
  2.  Schlafzimmer gestalten – Teil 1 – Material und Dekoration › wohncore
  3.  Schlafzimmer gestalten – Teil 5 – Tipps zu Pflanzen › wohncore
  4.  Schlafzimmer gestalten – Teil 6 – Tipps zu Schlafzimmerlampen › wohncore

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.