30.09.15

Ich durfte kürzlich die Möbel des Hamburger Start-ups „Pickawood“ testen. Dabei handelt es sich um eine Online-Tischlerei, die maßgefertigte Möbelstücke wie Regale und Tische anbietet. Über einen Produktkonfigurator kann man sein Wunschobjekt individualisieren. Mit diesem Testbericht will ich meine Erfahrungen mit euch teilen.

Über pickawood

Die Pickawood GmbH ist ein Hamburger Start-up-Unternehmen, das sich auf den Verkauf von maßgefertigten Möbeln spezialisiert hat. Seit rund drei Jahren zielt Pickawood darauf ab seinen Kunden individuelle Möbelstücke anzubieten. Laut eigenen Angaben ist die Produktion nachhaltig und jedes Produkt wird in Handarbeit hergestellt.

Hier ein paar Fakten zu Pickawood:

  • mehr als 11 Massivholzarten / + MDF
  • 200 RAL-Farbtöne
  • alle Maße konfigurierbar
  • kostenlose Holzmuster
  • Beratung per WhatsApp
  • auf Wunsch unverbindliche Angebote
  • viele Zahlmöglichkeiten
  • Shop ist geprüft und sicher (Trusted Shops)
  • innerhalb Deutschland versandkostenfreie Lieferung
  • Aufbauservice

Das folgende Video fasst einige der wichtigsten Aspekte zusammen:

So geht´s – Schritt für Schritt zum Maßmöbel

Zunächst wählt man im Onlineshop im Menü unter „Konfigurator“ das gewünschte Möbelstück aus. In meinem Fall ein Wandcube. Im zweiten Schritt entscheidet man sich für eine Holzsorte. Ich habe „MDF lackiert“ in weiß genommen. Man hat aber die Wahl zwischen Hölzern und diversen Farben. Fährt man mit der Maus über die kleinen Material-Ansichten erscheint oben im Bild die Oberfläche in Großformat, sodass man sich einen guten Eindruck über die Optik verschaffen kann.

Anschließend nur noch die Materialstärke und die gewünschten Maße im Konfigurator eingeben und schon kann das Produkt in den Warenkorb. Praktisch finde ich, dass man bei jeder Änderung sofort den Preis unten links angezeigt bekommt. So kann ich direkt sehen, was eine Veränderung ausmacht und verschiedene Kombinationen ausprobieren. Falls man noch Sonderwünsche hat, kann man die über ein separates Eingabefeld angeben. Ist der Warenkorb gefüllt, nur noch die persönlichen Daten eingeben, Zahlart wählen und die Bestellung kann abgeschlossen werden.Bei Sideboards beispielsweise gibt es noch mehr Konfigurationsmöglichkeiten. Neben Materialstärke, Holz, Farben und Maßen könnt ihr Griffe, Knaufe, Türen und Schubladen nach persönlichem Bedarf arrangieren.

Gerade bei Regalen und Sideboards finde ich die Idee Möbel nach Maß online anzubieten hilfreich. Viele haben in ihrer Wohnung Nischen oder blöde Wandhöhen, die ein Aufstellen von Standard-Mobiliar nahezu unmöglich machen. Dank maßgefertigter Möbel kann man sich passende Lösungen kreieren und diese vom Profi anfertigen lassen.

Meine Bestellung

Ich habe mir einen kleinen Wandcube und ein Wandboard bestellt. Damit ihr einen ersten Eindruck zu den Preisen bekommt, habe ich die bestellten Artikel mit den wesentlichen Daten aufgeführt:

  • Wandcube: 30x30x20 cm BxHxT /MDF lackiert / Weiß / 131 Euro
  • Wandboard: 80×20 cm BxT /MDF lackiert / Weiß / 90 Euro

Die Produkte sind nicht gerade billig, wenn man es mit den Alternativen in vielen anderen Shops und lokalen Möbelgeschäften vergleicht. Aber: Zum einen muss ich keinen Fuß vor die Tür setzen zum Bestellen und ich kann die Möbel ziemlich genau an meine Vorstellungen anpassen. Zum anderen kommen hochwertige Materialien zum Einsatz, die Möbel werden in Handarbeit gefertigt und stammen aus nachhaltig orientierter Produktion.

Lieferung

Nach ca. sechs Wochen war es dann soweit. Die Bestellung kam. Mit dieser Wartezeit muss man rechnen. Schließlich will man Möbel nach Maß. Ich persönlich warte dafür gerne mal etwas länger.

Verpackt waren die beiden Artikel vorbildlich, bis auf eine Sache, aber dazu gleich mehr. Sowohl Wandboard als auch Cube waren sehr sorgfältig in mehrere Schichten gewickelt und mit ausreichend Kartonagen gepolstert. Da konnte nichts kaputt gehen, selbst wenn Lieferanten grober damit umgegangen wären.

Einziger Minuspunkt: Beim Cube waren die Trägerhalterungen zwar irgendwo befestigt im Inneren, aber während dem Transport muss sich das gelöst haben, sodass die Einzelteile innen herumflogen. Das hätte man besser fixieren müssen. Ich hatte Glück dass die Kanten die lackierte Oberfläche nicht beschädigt haben. Außerdem waren in einem kleinen Plastiktütchen kleine Loch-Abdeckungen aufbewahrt. Leider war die Tüte kaputt und die Mini-Teilchen flogen im Verpackungsmaterial herum.

Ich habe aber alle vier Teile gefunden, sodass es im Grunde kein Problem war. Ich denke nur, dass es von Vorteil wäre die Einzelteile vielleicht separat in einen Umschlag oder ähnliches zu packen. Insgesamt waren die Möbel aber super geschützt.

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, sind die Kanten und Ecken sauber verarbeitet. Der Lack ist gleichmäßig aufgetragen und die Oberfläche wirkt hochwertig.

Die Montage

Dank einfacher Montageanleitungen fällt das Montieren leicht. Was ich nicht so toll fand beim Anbringen der Regale könnt ihr unten unter „Kritik“ lesen. Die Aufhängesysteme beider Regale sind gut durchdacht und beide Möbelstücke hängen stabil und sicher an der Wand. Die Erklärungen auf den Anleitungen sind klar verständlich, übersichtlich und schnell nachvollziehbar. Daumen hoch!

Hier einfach mal ein Beispiel für die Aufhängesysteme des Wandboards. Mit starken Schrauben und entsprechenden Dübeln hat das Montieren gut geklappt. Übrigens: Nicht wundern über den Kaffeefilter der da hängt: Das mache ich immer so, um den Bohr-Schmutz aufzufangen : )

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Die Regale hängen jetzt in unserem Büro und haben dort ältere und wesentlich weniger dekorative Modelle abgelöst.

Durch die weiße Farbe fallen die Möbel auch weniger auf, was ich in meinem Fall hier begrüße. Das Büro ist nicht so groß und wirkt aufgrund von Schreibtischen, Regalsystemen und Co. bereits relativ beengt. Zuvor nutzten wir an der Wand dunklere Holzregale, welche die Wände noch beladener erscheinen ließen. So ist es jetzt viel schöner und luftiger.Nur die alten Bohrlöcher müssen noch zu gemacht werden ; )

Thema Nachhaltigkeit

Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz liegen mir am Herzen. Nachdem ich bei Pickawood nachgefragt habe und genauer wissen wollte, was man dort unter „nachhaltiger Produktion“ versteht, bekam ich von der PR- und Marketingmanagerin Anouk Carolin Lauenstein folgende Antwort:

Aufgrund des Umweltschutzes bieten wir keine Tropenhölzer an, sondern ausschließlich lokale Hölzer. Unsere Hölzer stammen hauptsächlich aus Polen. Dort wurde vom Staat festgelegt, dass sobald ein Baum gefällt wird, zwei neue Bäume gepflanzt werden müssen. 

Die Sache mit den Bäumen nachpflanzen finde ich vorbildlich. Wenn das jeder Hersteller so machen würde, hätten wir sicherlich weniger Probleme mit dem Klima. Holzreste, die bei der Produktion unvermeidbar sind, werden bei Pickawood weiterverwendet wie zum Beispiel als Heizmaterial. Was genau bei der Möbelproduktion passiert und welche Vorgehensweise gängig ist, erfahrt ihr hier. Öle und Beschläge werden von namhaften Marken wie Hettich, Häfele oder Blum verwendet.

Kritik

Wenn Artikel im Warenkorb liegen, kann man sie nicht mehr nachträglich über einen separaten Button bearbeiten. Man muss erst wieder raus und von vorne anfangen. Kostet Zeit und Nerven. Hier würde ich mir einen Button zum Bearbeiten der einzelnen Posten wünschen. Außerdem kann man konfigurierte Produkte zwar speichern, aber der „Speichern“ Button geht optisch etwas unter und je nach Seite hab ich ihn gar nicht gefunden. Hier wäre eine klare Hervorhebung sinnvoll. Wenn diese Kleinigkeiten noch angepasst werden, fällt das Konfigurieren noch leichter : )

Zudem ist mir aufgefallen, dass die Massivholzarten im Konfigurator im Bereich Wandcubes, Wandboards und Regalböden nicht angezeigt werden. Bei anderen Produktgruppen wie Sideboards erscheint unten eine schöne Übersicht mit Informationen zu jeder Holzart.

Ganz wichtig meiner Meinung nach:

Es sollte entsprechendes Montagematerial im Lieferumfang enthalten sein. Schrauben, Dübel und einen passenden Inbusschlüssel habe ich vergeblich gesucht. Ich verstehe zwar, dass das kostenintensiv ist, aber da ist die Kundschaft (und da zähle ich mich dazu) von anderen Unternehmen wie Ikea ganz klar verwöhnt. Und das auch zurecht. Ich finde es einfach wichtig, dass ich alles sofort parat habe, was zum Aufbau und der Montage benötigt wird. Ich glaube, es gibt nur sehr wenige Menschen, die sämtliche Größen an Dübeln und Schrauben zuhause haben. Ich empfand es schon als ziemlich nervig, dass ich losziehen und entsprechende Materialien besorgen musste bevor es losgehen konnte.

Für den Preis fände ich es angemessen, wenn man das ergänzt. Ich für meinen Teil würde dafür auch ein paar Euro mehr zahlen, wenn es sein muss. Wäre mir aber lieber, wie beim Auspacken feststellen zu müssen, dass etwas fehlt. Keine Ahnung ob irgendwo ein Hinweis dazu stand, dass das Montagematerial nicht geliefert wird. Aber aufgrund anderer Erfahrungen mit Möbeln zum selber Aufbauen, ging ich da ohne mir Gedanken zu machen davon aus.

Mein Fazit

Mit den beiden Möbeln bin ich sehr zufrieden. Die Optik stimmt, die Oberflächen fühlen sich gut an und die Qualität hat mich insgesamt überzeugt. Die Montage war durch stabile Systeme leicht und man hat das Gefühl, dass die Regale sicher befestigt sind. Zum preislichen Rahmen muss ich sagen, dass die Artikel zwar nicht billig sind, aber man muss eben bedenken, dass jedes Möbelstück ein Unikat ist und nach Kundenwunsch angefertigt wird. Die verwendeten Materialien sind hochwertig und stabil. Diesen Aufwand muss man bezahlen. Eine Enttäuschung war leider das fehlende Montagematerial. Wenn meine Kritikpunkte noch verbessert werden, wäre das prima : ) Lange Rede kurzer Sinn: Ich kann Pickawood mit gutem Gewissen empfehlen.

Weitere Informationen zu Pickawood erhaltet ihr auf der Webseite unter pickawood.com, wo ihr auch direkt zum Konfigurator gelangt.

Übrigens: wer sich die Produkte erstmal in natura anschauen möchte bevor bestellt wird: In Hamburg gibt es einen Showroom in der Eiffestraße 422.

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