26.02.16

Im Frühling beschäftigen sich viele mit der Bepflanzung von Balkon und Terrasse. Aber auch das Umtopfen und ausgiebige Pflegen von Zimmerpflanzen steht auf dem Programm, sobald es draußen wärmer wird. Ich habe passend dazu eine Materialübersicht für Blumentöpfe und Pflanzkübel arrangiert, damit ihr eure Blumen perfekt in Szene setzen könnt.

Pflanzkübel Steinzeug (Steingut/Keramik)

Häufig liest man bei Beschreibungen von Blumentopf-Materialien „Steingut“ oder „Steinzeug“. Das sind lediglich andere Bezeichnungen für Keramik. Der Rohstoff zur Herstellung ist feinkörnig und anorganisch. Nach der Zugabe von Wasser wird das Material in Form gebracht und dann in einem Brennprozess gehärtet. Der Produktionsprozess kann sich je nach Hersteller jedoch stark unterschieden. Gängig ist das Spritzguss-Verfahren.

Die Oberflächenbeschaffenheit von Keramik kann sehr unterschiedlich sein. Auch farblich ist die Auswahl groß. Eine glasierte oder lackierte Innenseite ist wichtig, damit der Blumentopf wasserdicht ist.

Die Vor- und Nachteile:

Pflanzkübel Holz

Holz ist bei Blumentöpfen eher weniger gängig. Dabei herrschen in einem hölzernen Blumenkübel eigentlich perfekte klimatische Bedingungen für Pflanzen. Schließlich handelt es sich um ein Naturmaterial, das eine optimale Temperatur- und Feuchtigkeitsregulation aufweist, sodass sich Wurzeln rundum wohlfühlen. Zudem können Holzpflanzkübel Wärme speichern und Pflanzen vor Kälte schützen. Aber wie jedes andere Material hat auch Holz seine Nachteile wie zum Beispiel das hohe Gewicht. Bei kleinen Töpfen für Zimmerpflanzen ist das weniger tragisch. Aber bei großen Kübeln erschwert es der Verrücken.

Da hölzerne Pflanzgefäße sehr teuer sein können (große Modelle schnell mehrere hundert €), lohnt es sich über eine selbst gemachte Variante nachzudenken. Auf dem Heimwerker-Portal selbst.de habe ich eine geschmackvolle Varianten inklusive Bauanleitung entdeckt. Dank der Ersparnis lohnt es sich durchaus die Ärmel hochzukrempeln  : ) Greift am besten zu Holzsorten, die unempfindlich gegenüber Witterung und Schädlingen sind. Holz von Laubbäumen wie Eiche, Akazie oder Robinie ist wesentlich weniger anfällig für Schädlinge, pflegeleichter und witterungsbeständig.

Die Vor- und Nachteile:

Blumentöpfe aus Bambus

Blumenkübel aus Bambus sind ökologisch vorteilhaft, da es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt. Im Handel findet ihr unterschiedliche Arten von Bambustöpfen. Manche begeistern mit glatter Holzoptik, andere wirken dank Flechtoptik besonders raffiniert. Oft wird eine Kunststoffbeschichtung im Inneren dazu genutzt, derartige Übertöpfe wasserdicht zu machen.

Die Vor- und Nachteile:

Pflanzkübel aus Beton

Beton ist ein Trendmaterial, das aufgrund seiner rustikalen Optik sehr beliebt ist. Zement, Kies und Sand sorgen für die charakteristische Oberfläche. Besonders Freunde des Industrie-Looks werden von Beton Blumentöpfen und Pflanzkübeln begeistert sein. Vorteilhaft finde ich persönlich, dass Beton-Blumenkübel nicht sich selbst in Szene setzen, sondern in erster Linie ihren Inhalt: Die Pflanze! Zudem lassen sich diese Kübel selber machen und farblich flexibel gestalten.

Die Vor- und Nachteile:

 

Hier ein Beispiel von mir:

Eine Anleitung zum Betonieren findet ihr hier.

Pflanzkübel Kunststoff

Ein Blumentopf aus Kunststoff ist äußerst robust und in nahezu jedem erdenklichen Design erhältlich. Bei der Auswahl solltet ihr allerdings genau auf die Kunststoffart achten. Denn es gibt verschiedene Varianten davon. Hier eine Übersicht dazu, die Details werden anschließend separat aufgeführt:

  1. Polyethylen
  2. Polypropylen
  3. Fiberglas
  4. Fiberclay (Clayfibre)
  5. Polyrattan

Die allgemeinen Vor- und Nachteile von Pflanzgefäßen aus Plastik:

1. Pflanzkübel Polyethylen (Kunststoff)

Der PE-Kunststoff Polyethylen ist formbeständig, überzeugt aber nicht gerade mit maximaler Härte. Zudem ist das Material gegenüber hohen Temperaturen anfällig und kann zum Beispiel bei zu starker Sonneneinstrahlung weich beziehungsweise spröde werden. Für Blumenkübel für draußen würde ich dieses Material nicht empfehlen. Gegenüber Säulen oder anderen Chemikalien ist dieser Kunststoff beständig. Vorteilhaft ist, wie bei allen Kunststoffen die Design-Vielfalt. Diese Töpfe bekommt ihr in allen erdenklichen Farben wie schwarz, braun, grau, weiß, blau und viele mehr.

2. Pflanzkübel Polypropylen (Kunststoff)

Polypropylen, auch PP-Kunststoff genannt, ist härter als Polyethylen und bietet mehr Stabilität. Für die Wohnung solltet ihr ausschließlich diese Materialart wählen, weil ihr hier keine für die Gesundheit schädlichen Ausdünstungen erwarten müsst. Im Vergleich zu PE-Kunststoff ist Polypropylen auch für den Garten geeigneter, weil es wärmebeständiger ist.

3. Pflanzkübel Fiberglas (Kunststoff)

Diesem Kunststoff wird mit Glasfaser zusätzlich Stabilität verliehen. Er ist extrem robust, stabil und gleichzeitig leicht, weshalb er auch bei einem Pflanzkübel XXL eingesetzt wird. Fiberglas eignet sich super für innen und außen, weil selbst starke Hitze und Frost dem Material nichts anhaben können. Ein weiterer Vorteil: Fiberglas-Töpfe gewährleisten eine gute Belüftung des Wurzelwerks. Weitere Vorteile: Geringer Pflegeaufwand, gute Isolation, schöne Oberfläche, Designvielfalt, wetterbeständig. Ich selbst besitze Fiberglas Pflanzkübel anthrazit, die sich sowohl in der Wohnung als auch auf der Terrasse sehr gut machen!

Beim Recherchieren für diesen Artikel habe ich mich bei verschiedenen Händlern von Pflanzkübeln umgeschaut, um mich näher über die verschiedenen Materialien und Innovationen zu informieren. Auf der Internetpräsenz des deutschen Anbieters von Pflanzgefäßen unter pflanzkuebel-direkt.de wurden im Ratgeberbereich verschiedene Materialien erläutert. Unter anderem heißt es zu echten Fiberglas Blumenkübeln: „Kunstharz in Verbindung mit Fiberglasmatten sind extrem robust und wetterbeständig, und das bei extrem niedrigem Gewicht. Durch Gesteinsbeimischung lassen sich hier natürlich wirkende Oberflächen kreieren, die von ihren Vorbildern, Stein, Ton, Terracotta oder Beton kaum zu unterscheiden sind.“

Genau das ist das Tolle an Fiberglas: Man kann sich quasi aussuchen, welchen Rohstoff die Oberfläche optisch darstellen soll, ohne dessen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. So kann man zum Beispiel einen Pflanzentrog aus Fiberglas kaufen, der optisch zwar wie Beton aussieht, aber um ein Vielfaches leichter ist.

4. Pflanzgefäße Fiberclay (Clayfibre)

Eine weitere Kunststoffvariante nennt sich „Fiberclay“ oder „Clayfibre“. Das ist quasi die günstige Alternative zu Fiberglas. Während reines Fiberglas dank der hochwertigen Rohstoffe stoßfest, frostbeständig und robust ist, ist die Qualität bei Fiberclay weniger überzeugend. Hier wird eine hohe Menge an Gesteinsmehl untergemischt. Das „Clay“ heißt übersetzt nichts anderes als Lehm. Und dieser Mix mindert die Stabilität.

Wenn ihr von den zahlreichen Vorteilen von Fiberglas profitieren wollt, müsst ihr deshalb darauf achten, dass das Produkt auch tatsächlich aus reinem Fiberglas besteht und nicht aus Fiberclay. Leider gibt es Händler, die zwar behaupten Fiberglas-Artikel zu verkaufen, beim genaueren Hinsehen entpuppen diese sich aber als günstigere Alternative. Im Zweifelsfall also nachfragen!

Wer mit weniger Stabilität zufrieden ist, kann natürlich die billigere Lösung wählen. Das Design von Gefäßen aus Fiberclay kann je nach Hersteller und Verarbeitung ähnlich positiv sein, wie bei Produkten aus reinem Fiberglas. Aber dann eben nicht wundern, wenn die Qualität nicht den Erwartungen an Fiberglas entspricht.

5. Polyrattan Pflanzgefäße (Kunststoff)

Bei Polyrattan handelt es sich um ein Geflechtsystem mit Polyethylen. Es soll das natürliche Rattan optisch nachahmen und ist dabei im Vergleich zum Naturmaterial langlebiger, pflegeleichter und witterungsbeständig. Als Grundgerüst dient Draht, welcher in Aluminium oder Kunststoffen eingefasst ist. Das Polyrattan-Geflecht folgt dann als letzte Schicht. Polyrattan ist reißfest, langlebig, farbecht und frostsicher. Optisch passt ein Polyrattan Pflanzgefäß optimal zu Rattan-Möbeln. Kommen die Kübel im Außenbereich zum Einsatz, sollten sie UV-beständig sein, damit die Sonne sie nicht zerstört.

Terrakotta Pflanzkübel

Terrakotta Pflanzkübel werden aus Ton gefertigt. Wer auf Qualität wert legt, sollte sich näher über Terrakotta aus der Toskana informieren. Der dort verwendete Ton soll hochwertiger sein, als Alternativen aus anderen Ländern. Das typische Terrakotta mit seiner mediterranen Farbe hat in den letzten Jahren an Popularität verloren. Mir persönlich geht es ähnlich. Ich hatte auch einige Terrakotta-Töpfe, aber irgendwann haben sie mir nicht mehr gefallen. Die Farbe passt nicht mehr zur Einrichtung. Ich mag am liebsten Modelle mit schlichten Farben, die ich jederzeit in einen anderen Raum stellen kann, ohne dass ich mir Gedanken über das Design machen muss. Allerdings gibt es Terrakotta mittlerweile auch in anderen Farben wie schickes Anthrazit. Die Oberfläche ist dann bearbeitet und wirkt wesentlich zeitloser.

Die Vor- und Nachteile:

Edelstahl Blumentopf

Edelstahl Gefäße zum Bepflanzen gibt es mit unterschiedlichen Oberflächen:

  • lackiert
  • glänzend
  • matt
  • glatt
  • emailliert
  • strukturiert

Minderwertige Edelstahltöpfe erkennt ihr an schlecht verarbeiteten und unsauberen Schweißnähten. Diese Produkte solltet ihr nicht kaufen, weil sie anfällig für Korrosion sind und rosten können. Das Edelstahl Pflanzgefäß ist für den Garten oder Balkon geplant? Dann kauft nur Modelle aus V2A-Stahl. Er ist korrosionsbeständig.

Die Vor- und Nachteile:

Pflanzkübel Zink

Wollt ihr eure Pflanzen vor Metllionen schützen, die bei Edelstahl-Blumentöpfen an sie gelangen können, solltet ihr besser zu Zink-Blumenkübeln greifen. Ein Pflanztrog aus verzinktem Stahl kann sowohl drinnen als auch draußen eingesetzt werden. Sie sind vor Rost geschützt. Der verwendete Stahl ist Eisen, welcher formbar gemacht wird, in dem Kohlenstoff durch die Zugabe von Metallen reduziert wird. Eine dünne Schicht aus Zink verhindert das Rosten von Stahlblech, das Ergebnis dieses Veredelungsprozesses ist dann verzinktes Stahlblech.

Zink ist ein günstiger Stoff mit geringem Gewicht. Zinkblech gibt es in der verzinkten From oder mit Lackierung. Lackierte Zink Pflanzkübel sind für die Wohnung ideal. Verzinkte Varianten können auch draußen zur Bepflanzung Verwendung finden.

Die Vor- und Nachteile:

Pflanzkübel Rattan

Rattan wird von der sogenannten Rotangpalme gewonnen. Dabei handelt es sich um eine Palmenart, die kletternd wächst und über die Jahrhunderte mehr als 300 Arten entwickelt hat. Der Begriff Rattan entstand beim Übersetzen der malaiischen Bezeichnung für Rotan. Die Rotangpalme wächst in Südostasien und klettert an den riesigen Tropenbäumen hinauf. Die porösen Triebe der Palme sind sehr elastisch. Sie werden als Rattan bezeichnet. Zum Weiterverarbeiten des natürlichen Rohstoffs werden die Triebe mit heißem Dampf bearbeitet. Das Macht das Rattan elastisch und weich.

Manche Hersteller verkaufen Blumentöpfe aus geschältem Rattan, weil es leichter gefärbt werden kann. Geschältes Rattan sollte nur im Innenbereich platziert werden, weil die fehlende Rattanschale wie eine natürliche Schutzschicht fungiert. Fehlt sie, ist der Rohstoff äußeren Einflüssen direkt ausgesetzt. Geschälter Rattan wird nicht selten mit Polypropylen kombiniert. Dabei entstehen pflegeleichte Blumentöpfe mit natürlichem Design. Habe selbst so einen und bin von der Oberfläche begeistert.

Der Übertopf von Rattan-Gefäßen sollte mit einer Kunststoffbeschichtung oder ähnlichem ausgestattet sein. Ansonsten dringt Wasser hindurch und das Naturmaterial Rattan leidet.

Die Vor- und Nachteile:

Pflanzkübel Wasserhyazinthe

Wasserhyazinthen stammen aus Süd- und Nordamerika. Die Sumpf- und Wasserpflanzen sind weit verbreitet und kommen auch in Afrika, Südostasien und Indien vor. 30 Arten gibt es, weshalb sich die daraus hergestellten Blumentöpfe farblich unterschieden können. Wasserhyazinthen wachsen extrem schnell, wodurch sie sich für Wohnaccessoires gut eignen.

Ich selbst habe einige Blumentöpfe in der Wohnung aus Wasserhyazinthe, weil ich die Optik sehr gerne mag. Solche Töpfe wirken natürlich und gemütlich. Gleichermaßen wie mich der Look erfreut, habe ich mich aber auch schon über diese Töpfe geärgert. Denn innen war leider kein Einsatz integriert, der verhindert, dass Wasser an die Hülle aus Wasserhyazinthe gelangt, sondern lediglich eine dünne Plastik-Folie. Die sollte zwar auch dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit innerhalb bleibt, aber leider war die Folie undicht. Nach einigen Wochen bemerkte ich das Malheur: Die Unterseite des Topfes war verschimmelt. Super ärgerlich, weil das darunter liegende Möbelstück aus Holz war und die Oberfläche für immer beschädigt wurde.

Achtet deshalb beim Kauf darauf, dass der innenliegende Topf absolut dicht ist. Von Einsätzen aus Folie rate ich aus Erfahrung ab. Im Idealfall lässt sich der Einsatz rausnehmen, damit man den Pflanztrog aus Wasserhyazinthe beim Anpflanzen nicht mit Erde verschmutzt. Zudem sollte der Rahmen stabilisiert sein, damit der Übertopf aus dem Naturmaterial in Form bleibt.

Die Vor- und Nachteile:

Pflanzkübel Roststahl

Ein Roststahl Pflanzgefäß wird aus Stahlblech (Cortenstahl) hergestellt. Diese Blumentöpfe empfehle ich für draußen. Sonne und Feuchtigkeit verstärken die besondere Oberflächenstruktur und den rostigen Look. Die Witterung verstärkt den Rosteffekt zusätzlich. Ein Muss ist eine Schutzschicht (Sperrschicht), die das Druchrosten der Kübel verhindert. Sollen Roststahl Blumentöpfe in der Wohnung zum Einsatz kommen, muss die Außenseite mit Klarlack bearbeitet sein. Ansonsten hinterlässt der Topf überall Rostspuren.

Die Vor- und Nachteile:

Fazit

Ich hoffe euch mit dieser Zusammenfassung die Auswahl eurer Pflanzgefäße ein wenig erleichtern zu können. Ich persönlich bevorzuge aufgrund der positiven Eigenschaften für den Innenbereich Blumentöpfe aus Wasserhyazinthe, Bambus, Rattan und Keramik. Für den Außenbereich sind robuste und pflegeleichte Modelle gefragt, weshalb ich Roststahl, Fiberglas, Polyrattan, Keramik und Beton empfehlen würde. Für größere Pflanzkübel rate ich von Beton ab, da sie ein hohes Gewicht aufweisen und sehr unhandlich sind. Fiberglas ist hier eine gute Alternative, um von attraktivem Design und minimiertem Gewicht zu profitieren. Sollen Pflanzkübel auch im Winter draußen bleiben, sind frostsichere Modelle aus Fiberglas, Polyrattan, Zink oder wetterbeständigen Hölzern die bessere Wahl.

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