27.10.16

Laminat ist bei entsprechender Qualität ein robuster und pflegeleichter Fußboden. Dank der Designvielfalt lässt sich der Untergrund an jede Stilrichtung anpassen. Im heutigen Beitrag informiere ich über Laminat Trends. Zudem habe ich einige Kauftipps zusammengestellt. Viel Spaß beim Stöbern : )

Aufbau von Laminat

Zum Verständnis hier zunächst eine kurze Auflistung des Schichtsystems bei Laminat. Bei diesem Bodenbelag handelt es sich um einen Verbundwerkstoff bestehend auf folgenden Schichten:

  1. Melaminharz-Deckschicht, auch „Overlay“ genannt
  2. Dekorpapier, es ist für das Design verantwortlich
  3. Mittellage, meist eine hochverdichtete Faserplatte aus Holz (HDF). Daran befindet sich in der Regel auch die Klickverbindung zum leichten Verlegen
  4. Gegenzug, wichtig zum Schutz vor Feuchtigkeit und Spannungen
  5. Trittschalldämmung

Trends

Laminat ist heute längst nicht mehr nur eine günstigere und robustere Alternative zu Parkett. Mittlerweile haben die Hersteller kreative Designs in petto, die sogar Sandstein und Fliesen perfekt imitieren.

Holzoptik – Für jeden Geschmack etwas

Wer es natürlich mag, greift zu Holzdesigns. Besonders gefragt sind die beiden Sorten Eiche und Esche. Gute Laminatböden bringen eine strukturierte Oberfläche mit sich, sodass sich der Fußboden besonders echt anfühlt und auch entpsrechend lebendig wirkt. Das Nachempfinden von Sägeschnitten macht aus Laminat das perfekte Imitat echter Holzböden. Durchgehende Dielen eignen sich hervorragend für den beliebten Vintage- und Landhaus-Look. Individuell wirken Kernholz-Dekore. Schönste Maserungen garantierten einen einmaligen Natur-Charme. Bei Eiche sorgen geweisste Produkte für Aufsehen. Dank der aufgehellten Optik bildet dieses Laminat die perfekte Basis für jeden Einrichtungsstil. Noch heller und freundlicher sind Fichtenholznachbildungen. Normalerweise wäre Fichtenholz als Fußboden gar nicht geeignet, weil der Nadelbaum viel zu weiches Holz produziert.

Neben den zarten Sorten wie Esche ist das dunkle Nussbaum-Holz beliebt als Vorlage für Laminat. Ideal zum Einrichten eines Lofts sind Modelle mit gewollter Patina. Diese Böden sehen dank der bewusst integrierten Gebrauchssspuren super cool und chick aus. Einen markanten Charakter haben Böden mit deutlich erkennbaren Fugen. Matte Oberflächen strahlen ein beruhigendes Ambiente aus.

Ihr mögt es rustikal und ausdrucksstark? Dann sind Großdielen mit dunkler Optik mit Breiten von rund 25 Zentiemtern und einer Länge von über zwei Metern ideal. Auch die Schiffsboden-Optik eignet sich für diesen Geschmack. Dreidimensionale Dekore schaffen einen charakterstarken Fußboden.

Fliesen-Laminat

Ihr hättet gerne den Look von Fliesen, wollt aber dessen Nacheile wie Schlagempfindlichkeit, Kosten und schlechter Schalldämmung nicht in Kauf nehmen? Dann ist Laminat ebenfalls die beste Wahl. Der Markt präsentiert schönste Lösungen, die täuschend echt erscheinen. Wer das Laminat erkennen will, muss ganz genau hinschauen. Glänzende Oberflächen lassen Wohnwelten noch weitläufiger und exklusiver wirken. Um Fliesen nicht nur optisch sondern auch in ihrer Form nachzuahmen, werden Platten in unterschiedlichsten Größen angeboten. Wärme und Behaglichkeit strahlt Fliesen-Laminat in Sandstein-Optik aus. Großzügige Platten mit Fugen gewährleisten einen mediterranen beziehungsweise zeitlosen Stil. Und wenn ein imposanter Boden das Ziel des Kaufs ist, ohne dafür eine Vermögen ausgeben zu wollen, könnte Laminat mit Marmor-Design die richtige Wahl sein.

Über die allgemeinen Vor- und Nachteile von Laminat findet ihr in meinem Ratgeber „Bodenbeläge“ weiterführende Informationen.

Piktogramme checken!

Hersteller von Laminat informieren Käufer durch verschiedene Piktogramme über diverse Produkteigenschaften wie Licht-Echtheit und Abriebwiderstand. Diese Symbole sollte man sich ganz genau anschauen, um mehr über die Qualität des Fußbodens zu erfahren.

Wichtig für einen langfristig schönen Boden ist unter anderem die Nutzungsklasse, kurz NK. Im Laminat Ratgeber im Magazin des Onlineshops holz-direkt24.com, wo diverse Holzprodukte wie Böden und Fußleisten angeboten werden, habe ich eine passende Erklärung dazu gefunden: Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der Nutzung für private Bereiche (NK 21, NK 22, NK 23) und der Nutzung für gewerbliche und öffentliche Bereiche (NK 31, NK 32, NK 33), die jeweils in drei Stufen von geringem bis hohem Gebrauch unterteilt wird.“ Für den privaten Einsatz im Schlafzimmer ist NK 21 ausreichend. Schließlich wird Laminat hier nur wenig beansprucht. Im Flur oder Kinderzimmern, wo die Beanspruchung des Untergrunds deutlich höher ist, sollte man NK 23 nehmen.

Weitere wichtige Kaufkriterien im Überblick:

  • Overlay: Die abschließende Schicht von Laminat wird Overlay bezeichnet. Diese Oberschicht muss strapazierfähig sein, damit Böden lange schön aussehen. Besonders gutes Laminat verfügt über eine Klarlackversiegelung.
  • Licht-Echtheit: Ist ein Laminat-Boden nicht gegen UV-Strahlung geschützt, kann das Dekor ausbleichen und das sieht mehr als unschön aus. Achtet darauf, dass Laminat entsprechend ausgerüstet ist.
  • Fleckenunempfindlichkeit: Es gibt Laminat, das sehr gut gegen Flecken geschützt ist, anderes reagiert empfindlich auf Schmutz. Beim Kauf sollte auch dieser Aspekt in die Entscheidung einbezogen werden, um von einem pflegeleichten Untergrund zu profitieren.
  • Rutschhemmend: Viele ältere Laminatböden sind sehr rutschig. Das kann beispielsweise für Kinder und Hunde relativ unangenehm werden. Aber auch alle, die gerne mit Socken durch die Wohnung laufen, ärgern sich über rutschige Fußböden. Modernere Alternativen sind mit einer rutschhemmenden Oberfläche ausgestattet.
  • Verlegen: Innovative Klicksysteme erlauben das einfache und schnelle Verlegen von Laminat. Da Laminat über einen relativ hohen Trittschalleffekt verfügt, sollte darauf geachtet werden, dass eine Trittschallkaschierung integriert ist.
  • Wasserschutz: Ein guter Nässeschutz ist wichtig bei Laminat, da die Faserplatten und Dekorschichten empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren. Umso besser Oberflächen und Zwischenräume geschützt sind, desto besser. Für Bäder ist Laminat aber generell nicht empfehlenswert.
  • Schadstoffe: Wenn ihr verhindern wollt, dass ihr euch mit dem Fußboden Wohngifte ins Haus holt, solltet ihr nur geprüfte Qualität kaufen. Auf der Internetpräsenz von „Der Blaue Engel“ könnt ihr euch über Produkte mit dem Umweltzeichen informieren.
  • antistatisch: Laminat sollte antistatisch sein, da er ansonsten Staub, Haare und sonstigen Schmutz geradezu anzieht. Außerdem können wir durch die elektrostatische Aufladung eine „gewischt“ bekommen und das wollen wir ja nicht ; )

Laminat-Test bei Stiftung Warentest

Die Partnerorganisation von Stiftung Warentest Test-Achats hat Laminat-Böden verschiedener Hersteller getestet. Testsieger waren drei Produkte in unterschiedlichen Preisklassen einer Marke. Sie überzeugten in Sachen Licht-Echtheit, Beanspruchung und Schmutz-Resistenz. Welcher Hersteller überzeugt hat, lest ihr hier unter test.de nach.

Titelbild: SauerC unter pixabay.com

2 Kommentare für “Laminat: Trends und Kauftipps”

  1. Hallo Gaby,
    guter Artikel! 🙂
    Was mir nur gleich noch eingefallen ist, unbedingt auch darauf zu achten, dass der neue Laminat ‚antistatisch‘ ist. Ich habe bei mir den direkten Vergleich zwischen einem hochwertigen Boden, der sich nicht aufläd und einem billigen Laminat, der die Wollmäuse nur so anzieht… Der Unterschied ist so extrem, dass dieses Kriterium für mich schon gleich nach der Abriebfestigkeit kommt!

    Viele Grüße
    Daniel

  2. Hallo Daniel,

    lieben Dank für deinen Hinweis : ) In der Tat ein wichtiges Kriterium!

    Habe ich direkt in die Liste aufgenommen!

    Viele Grüße zurück und ein schönes Wochenende : )

    Gaby

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