23.01.17

Küchen sind in vielen Haushalten der kommunikative Mittelpunkt des Alltags. Hier wird gemeinsam gefrühstückt, gekocht und viele Unterhaltungen finden hier statt. Doch nicht immer entspricht das Interieur auch den Ansprüchen aller Familienmitglieder. Ich habe euch ein paar Tipps zusammengestellt, die euch das Einrichten einer familienfreundlichen Küche erleichtern sollen.

1. Praktische Materialien

Bereits bei der Auswahl der Materialien für eine Küche sind viele überfordert. Kein Wunder, schließlich ist die Auswahl schier endlos. Bei Familien mit Kleinkindern müssen Fronten, Arbeitsplatten und ähnliches in erster Linie eines sein: Robust. Aber auch pflegeleicht und unempfindlich gegenüber Schlägen und Kratzern sollten sie sein. Bei der Arbeitsplatte sind folgende Materialien vorteilhaft (die wichtigsten Vorteile stehen in der Klammer):

  • Granit (robust, edel, unempfindlich gegenüber Flecken und Kratzern, hygienisch)
  • Massivholz (warmer Charme, gemütlich, natürlich, ökologisch, Haptik)
  • Corian (pflegeleicht, robust, stoßfest, hygienisch)
  • Beton (hitzebeständig, kratzfest, robust)
  • Edelstahl (funktional, strapazierfähig, hitzebeständig)
  • Quarzkompositen (z.B. Zodiaq oder Silestone)

Bei Corian handelt es sich um einen stoßfesten, robusten und pflegeleichten Verbundwerkstoff mit mineralisch-organischem Charakter. Der Acrylstein wurde von „DuPont“ am Markt etabliert und sieht oft ähnlich aus wie Marmor. Ein Vorteil von Corian ist, dass die Oberfläche die Vermehrung von Bakterien minimiert. Schläge hinterlassen bei Corian außerdem keine Spuren.

Zu Edelstahl noch ein kurzer Hinweis: Edelstahl ist zwar super strapazierfähig, leider aber auch empfindlich für Flecken, Kratzer und Fingerabdrücke. Bei Familien mit Kindern ist das Material daher nur bedingt geeignet. Wer stattdessen kein Problem mit dem täglichen Putzen hat, erhält mit Edelstahl einen langlebigen und strapazierfähigen Küchenbegleiter.

Abzuraten ist zur Gestaltung familienfreundlicher Küchen von Marmor, Schiefer und Glas. Eine schöne Übersicht der Vor- und Nachteile der verschiedenen Materiaien inklusive Preisangaben und Pflegetipps habe ich beim Onlineportal houzz entdeckt. Dort erfahrt ihr weitere Details.

Für Schrankfronten ist beispielsweise Linoleum ein sehr gut geeignetes Material. Es ist perfekt für alle, die eine ökologisch sinnvolle Alternative suchen. Linoleum besteht nämlich aus Holzmehl, Leinöl und Naturharz. Nicht nur die Haptik ist angenehm. Das Material ist auch pflegeleicht, antistatisch, langlebig und antibakteriell. Also perfekt für Familien mit Kindern. Lediglich der Preis kann ein Nachteil sein. Meiner Meinung nach lohnt es sich aber in das umweltfreundliche und langlebige Produkt zu investieren.

2. Arbeitshöhe individuell planen

Werden Küchen neu geplant und eingerichtet, sollte ein kritischer Blick auf die Arbeitshöhe geworfen werden. Denn dieses Detail wird leider viel zu häufig völlig vernachlässigt. Dabei spielt die korrekte Höhe der Küchenarbeitsplatte eine elementare Rolle für die Gesundheit. Gerade Mamas und Papas, die täglich frisch kochen und damit jede Menge Zeit in der Küche verbringen, sollten beim Kauf neuer Küchen genauestens auf eine rückenfreundliche Arbeitshöhe wert legen.

Kauft ihr die Küche im Küchenstudio, solltet ihr mit den Beratern diesen Punkt sorgfältig durchsprechen. Bei Spezialisten wie den bundesweit verfügbaren Studios der Firma Schmidt Küchen werden die Höhen der Küchenmöbel abhängig von der persönlichen Körpergröße der Kundschaft maßangefertigt. Klärt im Voraus, bevor ihr euch von Experten beraten lasst, welche Personen hauptsächlich kochen. Ist das nur eine Person, sollte die Küche möglichst perfekt auf sie abgestimmt werden. Kochen mehrere Familienmitglieder regelmäßig, müssen die Arbeitshöhen entsprechend angepasst werden. Im Idealfall wird ein Schnitt der idealen Höhe errechnet, der sich wiederum am Hauptnutzer der Küche orientiert.

Ihr wollt die korrekte Arbeitshöhe für euch messen? Ich erkläre Schritt für Schritt wie es geht:

  1. stellt euch aufrecht hin
  2. Unterarme so anwinkeln, dass zwischen Ober- und Unterarm ein rechter Winkel entsteht
  3. Unterarme jetzt leicht senken. Nehmt eine Haltung ein, als würdet ihr zum Beispiel eine Gurke schneiden wollen. Die Unterarme fallen dann ab dem Ellbogen leicht ab. Diese Position halten
  4. Jetzt misst eine zweite Person den Abstand zwischen Fußboden und Ellbogen
  5. Von dieser Höhe werden dann 10 bis 15 Zentimeter abgezogen

Diese Richtlinie erklärt auch die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. als ratsam. In einem Ratgeber zur Ergonomie in der Einbauküche hat die Fachgemeinschaft eine übersichtliche Tabelle veröffentlicht, die empfohlene Arbeitshöhen abhängig von der Körpergröße in Zentimeter beinhaltet. Schaut euch die Tabelle mal an und checkt die Höhen. Interessant: Für die Höhe bei Kochfeld sowie Spülbereich werden abweichende Höhen empfohlen.

Ein abgesenkter Herdbereich, der bei modernen Küchen schon vielerorts gängig ist, gefällt mir extrem gut. Zwar muss man hier wieder aufpassen damit sich Kinder nicht die Finger verbrennen, aber das lässt sich mit entsprechenden Sicherungen lösen. Die Vorteile überwiegen meiner Meinung nach: Der Rücken wird geschont, weil man die Arme nicht mehr umständlich nach oben heben muss und man sieht wesentlich komfortabler in die Töpfe. Das Kochen am Herd wird also insgesamt bequemer. Außerdem werden einige Gefahren minimiert. Schließlich können nur schlecht erreichbare Töpfe verursachen, das man sich eher verbrennt.

3. Platzierung Backofen

Wird ein Backofen nicht im unteren Bereich der Küchenmöbel platziert, sondern auf der Höhe der Körpermitte, schont das den Rücken und die Sicherheit wird maximiert, da Kinder nicht mehr an das Elektrogerät herankommen. Seitlich zu öffnende Backofentüren können zusätzlich praktisch sein, weil man an den Inhalt des Ofens leichter rankommt.

4. Essbereich: Die kommunikative Küche

Mir persönlich gefallen Küchen mit Essbereich besonders gut. Denn mit ein paar Sitzgelegenheiten und einem Tisch wird der Raum gleich viel einladender und kommunikativer. Solltet ihr gerade dabei sein eine neue Küche zu kaufen oder mit der Umgestaltung beschäftigt sein, rate ich euch zumindest einen kleinen Essbereich einzuplanen. Natürlich geht es nicht überall. Platzmangel ist oft ein Problem. Doch selbst in engen Küchen lässt sich mit Klappstühlen und Klapptischen einiges zaubern. Bei großzügigen Küchen bieten sich Kochinseln zum Integrieren von Sitzmöglichkeiten an. Vielleicht könnt ihr einen Teil der Kochinsel als Bar in Szene setzen. So könnt ihr zumindest einen gemütlichen Frühstücks- und Snackbereich arrangieren. Das tägliche Abend- oder Mittagessen mit der ganzen Familie könnte dann am Esstisch stattfinden.

Damit auch Kinder am sozialen Miteinander in der Küche teilnehmen können, solltet ihr kindgerechte Stühle besorgen. Aber auch höhenverstellbare Tischplatten sind eine Lösung. Und falls so viel Platz zur Verfügung steht, dass ihr sogar einen extra Kindertisch unterbringt, wäre das ebenfalls eine gute Ergänzung. Bei Bedarf können die Kids dann an einem eigenen Tisch spielen, während ihr das Essen zubereitet. Und zum Essen eignet sich der Kindertisch ja auch, so dass ihr eine vielfältig verwendbare Lösung für den Nachwuchs hättet : )

Ihr baut gerade ein Haus oder wollt eine Bestandsimmobilie umgestalten? Dann könnte es Sinn machen den Ess- und Kochbereich offen zu gestalten. Soll heißen: Keine separate und vollständig abgetrennte Küche, sondern ein offener Raum, der mehrere Zonen (Essen, Kochen und evtl. Wohnen) miteinander verbindet. Selbst für diejenigen, die keine komplett offene Küche wegen der Gerüche und Dämpfe möchten, können tolle Wohnlandschaften mit offenem Charakter realisieren. Mit flexiblen Schiebetüren lässt sich die Küche einerseits zuverlässig schließen, zum anderen können Ess- und Kochzone auf Wunsch miteinander verbunden werden. Toll, wenn Gäste kommen und ihr euch beim Zubereiten von Zutaten mit euren Lieben unterhalten wollt.

Alternativen sind halbe Wände, die sich wie eine Brücke harmonisch integrieren lassen. Mit integriertem Stauraum verliert ihr keinen wertvollen Platz, profitiert aber dennoch von einer optischen Abgrenzung zwischen Küche und Wohnraum, ohne auf kommunikativen Charme zu verzichten.

Noch ein paar Tipps zum Essplatz: Falls es der Platz zulässt, investiert in einen großen Esstisch an dem alle genügend Fläche zum Essen haben. Eine Sitzbank spart Platz und die Kinder können unkompliziert gemeinsam Platz nehmen.

5. Reichlich Stauraum einkalkulieren

Bei einer Familie mit Kindern kommt einiges an Geschirr zusammen. Tassen, Gläser, Besteck, Teller und Co. erfordern einiges an Schränken und Schubladen. Aber auch Töpfe, Kunststoffbehälter, Trinkflaschen, Back-Zeug und viele andere Utensilien benötigen Stauraum. Plant daher genug davon ein und spart nicht an funktionalem Innenleben für die Küchenschränke. Auszüge, Karussells und Trennstäbe sind wahre Alltagsretter und machen den Umgang mit dem Schrankinhalt kinderleicht.

6. Schließmechanismen: Pssst!

Egal ob Kleinkind, Jugendliche oder Erwachsene: Jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass es im Alltag auch mal ganz schön laut in der Küche zugehen kann. Um unnötigen Lärm und Schäden am Mobiliar zu vermeiden, solltet ihr auf innovative Schließmechanismen achten. Die kennt ihr sicherlich spätestens seit der Ikea-Werbung, in der ein junges Mädel trotzig versucht die Schranktüren zu knallen, um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen ; ) Klappt leider nicht, weil die Eltern eine Küche mit soften Schließmechanismen gekauft haben. Würde ich mir eine neue Küche zulegen, würde das auf meiner Wunschliste stehen : )

7. Nachhaltig kaufen

Die nächste Generation wird es uns danken, wenn wir beim Konsumieren nachhaltig vorgehen. Bereits mit dem Kauf natürlicher Materialien mit möglichst geringem ökologischem Fußabdruck und dem Verzicht auf Wohngifte wie Weichmacher, Lösemittel und Formaldehyde leistet ihr einen wichtigen Beitrag für Mensch und Umwelt. Denn neben dem Ökosystem profitiert natürlich ihr und eure Familie von gesundem Mobiliar.

8. Kinderfreundliche Küchen gestalten

Noch kinderfreundlicher kann eine Küche mit integrierten Schubladen mit Spielzeug oder Kinder-Backutensilien sein. Dort dürfen sich die Kleinen dann nach Herzenslust bedienen. Eine Mini-Kinderküche ist ebenfalls super zum Beschäftigen. Dort kann der Nachwuchs, wie die Großen, nur eben separiert vom Erwachsenen-Arbeitsplatz, an einer kindgerechten Station ohne Strom oder Hitze fantasievoll kochen und backen.

Eure Kinder malen gerne? Wie wäre es dann zum Beispiel mit einer kleinen Tafel oder einer großen Pinnwand. Dort könnten Kinder direkt ihre kreative Ader ausleben beziehungsweise ihre fertigen Kunstwerke aufhängen.

9. Es werde Licht!

Zum sicheren Arbeiten auf der Arbeitsfläche sowie für ein behagliches Ambiente braucht ihr gutes Licht. Gerade an Spüle, Arbeitsfläche und am Herd ist eine zuverlässige sachliche Beleuchtung elementar. Blendfreie Spots mit LED-Leuchtmitteln lassen sich super einfach unterhalb der Hängeschränke fixieren und sind sehr sparsam. Damit es in der Küche auch schön gemütlich wird, sollte die Grundbeleuchtung bestehend aus Deckenleuchte und Esstisch-Lampe mit Leuchtmitteln realisiert werden, die eine warmweiße Lichtfarbe aufweisen. Tipps zur Beleuchtung in der Wohnküche findet ihr in meinem verlinkten Ratgeber.

10. Sicherheit geht vor

Denkt an die Sicherheit der Kleinsten. Gerade in der Küche lauern durch Hitze, Elektronik, Schranktüren und verstaute Chemikalien einige Gefahren für Kinder. Ihr müsst nicht nur daran denken riskante Substanzen außer Reichweite aufzubewahren, sondern auch dem Verklemmen von Fingern in Schränken mit Kindersicherungen vorbeugen und Herdschutzgitter montieren.

Viele weitere Tipps rund um die Küche habe ich in separaten Beiträgen gesammelt. Die folgende Liste enthält verlinkte Artikel zum Thema:

Ihr wollt eure Küche umgestalten? Dann findet ihr in diesem Beitrag vielleicht passende Anregungen.

Quellen der Bildern:

  • Titelbild: midascode (pixabay.com)
  • Spaghetti: JESHOOTS (pixabay.com)
  • Kochinsel: TA9141985 (pixabay.com)
  • Breakfast: Unsplash (pexels.com)
  • Esstisch: eigenes Bild
  • Kind: Mrs__schu (pixabay.com)
  • Breakfast mit Früchten: Unsplash (pexels.com)

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