23.05.14

Ich selbst habe Teile meiner Wohnung stilistisch dem afrikanischen Kontinent gewidmet. Außerdem prägen Shabby Chic und der nordische Stil meine 4-Wände. Da der japanische Einrichtungsstil bei vielen von euch beliebt ist und auch ich einige Elemente toll finde, habe ich dazu einige Tipps und Infos zusammengestellt. Falls auch ihr euren Räumlichkeiten asiatische Wohnkultur einhauchen wollt, findet ihr nachfolgend vielleicht passende Anregungen.

Markante Eigenschaften des japanischen Wohnens

Japanische Wohnungen zeichnen sich durch natürliche Materialien, klare Linien und einer überschaubaren Einrichtung aus. Die Japaner pflegen eine reduzierte Inneneinrichtung und bevorzugen flexible Raumgestaltungsmöglichkeiten. Insbesondere aufgrund der steigenden Popularität des Minimalismus greifen immer mehr Menschen zum asiatischen Einrichtungsstil. Denn er passt hervorragend zu einer minimalistischen Lebensweise. Das Interieur wird auf ein Minimum reduziert und mit wohldosierten Accessoires kombiniert. Das Ergebnis sind sehr angenehm eingerichtete Räume, die zwar ein Höchstmaß an Gemütlichkeit ausstrahlen, aber niemals einengen.

Merkmale des Interieurs

Das japanische Wohnen ist von einer besonderen Beziehung der Japaner zu ihrer Umgebung geprägt. Hinzu kommen religiöse Aspekte, die das Wohnen ausmachen. Um die Nähe zur Natur zum Ausdruck zu bringen, verwenden Japaner hauptsächlich natürliche Materialien. Wenn möglich pflanzlichen Ursprungs, wie Bambus, Holz und Papier. Für Möbel kommen häufig Sandel-, chinesisches Ulmen- oder Mangoholz zum Einsatz. Seide dient unter den textilen Produkten als beliebtes Material.

Eine harmonische Kombination aus Schlichtheit, Natürlichkeit und Ordnung machen den Wohnstil aus. Japaner haben großen Respekt vor sämtlichen Objekten des täglichen Gebrauchs. Deshalb wird eine Wohnung auch nicht mit Straßenschuhen betreten. Durch das Ausziehen der Schuhe lässt man den Schmutz draußen und tritt ein in eine harmonische Welt. Der gesamte Lebensstil strahlt Achtsamkeit aus gegenüber den Dingen um einen herum.

Wandgestaltung

Beim japanischen Wohnstil sind Wände in der Regel weiß oder hell gehalten. Zimmerdecken werden mit Holz verkleidet. Bei uns sind die traditionellen Noren als Wandschmuck gefragt. Dabei handelt es sich eigentlich um saisonale Türvorhänge. Sie werden bei Japanern auch gerne für Fenster verwendet. Noren bestehen aus Stoff und sind in zahlreichen Farben, Mustern und Größen erhältlich.

Shōji – Trennwände

Wer schon mal in japanischen Restaurants war, wird sich vielleicht an die zahlreichen Trennwände aus Papier erinnern. Diese Raumteiler werden auch als Shōji bezeichnet. In der japanischen Architektur wird das Material auch genutzt, um Außenwände zu gestalten, die das Tageslicht aber keine Blicke durchlassen. Traditionell wird das Papier auf dünne Gitterstreben geklebt, die sich in einem Holzrahmen befinden. Heute könnt ihr die stilvollen Raumteiler vielerorts kaufen und zwar in Form von praktischen Paravents.

Beim Recherchieren bin ich beispielsweise über den Onlineshop japanwelt.de gestolpert, der ein umfangreiches Repertoire an Möbeln und Accessoires für die japanische Einrichtung führt. Dort findet ihr unter anderem auch sehr hübsche Paravents mit dekorativen Blütenverzierungen, die euren Wohnstil perfekt ergänzen können. Besonders gut gefallen mir beispielsweise Modelle mit Kirschblüten-Motiv, wie auf dem folgenden Foto erkennbar. Damit holt ihr euch nicht nur einen komfortablen Raumteiler in die Wohnung, sondern auch einen geschmackvollen Blickfang.

Zaisu – japanische Stühle

Die Japaner essen für gewöhnlich am Boden sitzend. Dazu passend gibt es die sogenannten Zaisu. Das sind im Prinzip Stühle ohne Beine, wie wir Europäer sagen würden ; ) Passend zum flachen Esstisch müssen die Stühle ja entsprechend gestaltet sein. Diese Sitzmöglichkeiten erleichtern euch das Essen und Trinken am Tisch ohne Rückenprobleme zu bekommen. Denn diese Stühle haben eine angenehme Rückenlehne.

Tatami Tische – Essen am Boden

Um auf dem Boden essen zu können, nutzen Japaner sogenannte Tatami Tische, die auf die gleichnamigen Bodenmatten, den Tatamimatten platziert werden. Die Tische sind meistens nicht höher als 35 Zentimeter. Ein Grund, warum die Zaisu, also die passenden Stühle dazu unverzichtbar sind. Denn herkömmliche Stühle, wie wir sie kennen, sind hierbei nutzlos. Oder ihr nehmt einfach nur Kissen um darauf zu sitzen. Das geht natürlich auch.

Cha-Tansu – Tee-Kommoden

In Japan ist es üblich, dass Schränke und Truhen zum Aufbewahren für Utensilien immer für einen bestimmten Zweck gefertigt werden. So gibt es beispielswiese die Cha-Tansu. Das sind spezielle Kommoden, die lediglich zum Platzieren von Tee-Utensilien gedacht sind. Sie erfüllen damit ebenfalls einen festgelegten Zweck. Generell ist ein Tansu ein japanisches Möbelstück mit kunstvollen Details. Die Kommoden sind von Metallbeschlägen geprägt, die den Charme dieser Möbel ausmacht. Falls ihr eure Wohnung japanisch einrichten und Stauraum schaffen wollt, wäre eine derartige Kommode ideal. Sie verleiht einem Raum sofort japanisches Flair.

Kuruma dansu – Rollende Möbel

Ihr braucht praktische Möbel auf Rollen? Sogar dafür hat die japanische Wohnkultur eine Lösung. Denn aufgrund der flexiblen Raumgestaltung greifen die Japaner auf rollende Möbel zurück, den sogenannten Kuruma dansu. Mit derartigen Möbelstücken kann das Interieur in wenigen Augenblicken individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Ideal zum Beispiel wenn sich mehrere Gäste ankündigen und zwei Räume zu einem gemacht werden. Die Kuruma dansu lassen sich dann einfach zur Seite schieben. Wenn ihr den Begriff bei Google eingebt und auf Bilder klickt, werdet ihr einige spannende Beispiele erhalten. Darunter findet ihr ganz besondere antike Stücke.

Futons – Das japanische Bett

Wer klassisch japanisch leben möchte, kommt um ein Futon nicht drumherum. Dabei handelt es sich um eine flache Schlafunterlage (shiki-buton), die tagsüber eingerollt und verstaut wird. Die dazugehörige Decke (kake-buton) verschwindet ebenfalls unsichtbar in einem Schrank. Das Futon wird dabei stets auf Tatami gelegt. Ein Tatami ist eine Reisstrohmatte, die in Japan als Bodenbelag und Schlafplatz  (Untergrund für Futons) genutzt wird. Eine Tatami wird gepresst und ist mehrere Zentimeter dick.

Falls ihr nicht direkt auf dem Boden schlafen wollt oder könnt, wären europäisch angehauchte Tatamibetten eine Alternative. Während das klassische Tatami ca. 90 x 180 cm groß ist, findet ihr in Europa Modelle in 90 x 200 cm. Ausführungen mit den Maßen 200×80 und 200×70 cm sind ebenfalls möglich. Obwohl die Japaner das Futon direkt auf den Boden (Tatami-Matten) legen, gibt es Modelle, die den Schlafgewohnheiten von uns Europäern ähnlicher sind. Dabei wird ein Tatami beispielsweise auf ein dekoratives Bett-Gestell aufgelegt. Darauf kommt dann das Futon und die Decke. Auf diese Weise bleibt ihr den Schlafgewohnheiten von Japan zwar treu, verlegt das Bett aber in eine für uns komfortablere Höhe.

Dekoration achtsam platziert

In einer japanisch eingerichteten Wohnung wird Dekoration nicht als überladenes Accessoire betrachtet, das von allem anderen ablenkt. Im Gegenteil: Dekorationselemente werden sorgfältig ausgewählt und platziert. Oft kann man beobachten, dass beim japanischen Einrichtungsstil einzelne Objekte regelrecht inszeniert werden. Auch beim Dekorieren spielt die Natur wieder eine zentrale Rolle. Grünpflanzen, Steine, Blüten und Bambus sind typisch. Unter den Blüten könnt ihr Orchideen, Kirschen oder Lotus nutzen. Ebenfalls optimal geeignet sind Elemente aus edlem Porzellan. Verzierungen mit japanischen Schriftzeichen würde ich euch empfehlen, wenn ihr beispielsweise ein Wandtattoo ergänzend verwenden wollt. Denn die Schriftzeichen sind typische Symbole des japanischen Stils, die überall zu finden sind wie beispielsweise auf Geschirr oder Textilien. Zusätzlich könnt ihr Masken, Buddha-Statuen oder Bonsai-Bäumchen platzieren, um den asiatischen Stil zu verstärken.

Uchiwa und ōgi – Fächer als Wandschmuck

In Japan gibt es zwei Grundarten von Fächern: Uchiwa und ōgi. Durch die hohen Temperaturen im Sommer fächern sich die Japaner damit Luft zu. Die Fächer wurden aber auch dazu verwendet, um Feuer zu machen oder Insekten zu verscheuchen. Besonders schön finde ich persönlich Modelle mit japanischen Motiven. Diese hübschen Accessoires eignen sich ideal als Dekoration für Wände, um einem Raum den letzten Schliff zu verpassen.

Ich hoffe ich konnte euch mit dieser groben Zusammenfassung einiger markanter Elemente den japanischen Einrichtungsstil etwas näher bringen. Habt ihr vielleicht noch Tipps und Tricks zum Thema? Ich freue mich auf eure Kommentare : )

Bildquelle: tpsdave (David Mark) – Titelbild, qiye – Kanne / pixabay.com

4 Kommentare für “Japanisch wohnen – Tipps zum typischen Einrichtungsstil”

  1. Für mich sind die japanischen Trennwände, die sogenannten Shoji, das herausstechende Merkmal einer japanischen Einrichtung. Als Schiebewände in japanischen Häusern verwendet finden sie bei uns anscheinend oft Verwendung um sich dahinter umzuziehen;) Schön sehen die Raumteiler auf jeden Fall aus und leicht zu versetzten sind sie auch, was sie sehr flexibel einsetzbar macht.

  2. Hallo Carla,

    ja du hast Recht. Zum Umziehen werden die Shoji bei uns besonders gerne genutzt.
    Aber auch als eleganter Raumteiler eignen sie sich bestens.
    LG

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