15.03.13

Nachdem ich den alten Gartentisch in Teil 1 aufbereitet und in Teil 2 mit Haftgrund vorbehandelt hatte, machte ich mich an den dritten und letzten Arbeitsschritt: den Decklack! Stolz wie Oskar darf ich euch heute das Ergebnis meiner dreiteiligen Gartentisch-Restaurierung präsentieren : )

Der Lack

Wie schon beim Haftgrund  habe ich mir auch den Decklack direkt beim professionellen Malergeschäft besorgt. Dort wurde mir der Lack  gebrauchsfertig übergeben. Ich hatte mich für die Farbe altweiß entschieden, weil mir hartweiß für dieses charakteristische Möbelstück zu krass war.

Sorry, dass der Eimer so unordentlich aussieht ; ) Aber ich bin unschuldig! Da der Maler ein Bekannter von mir ist, handelte es sich bei dem Lack um einen bereits angefangenen Eimer. Ich bitte euch, ein neuer Eimer hätte bei mir nie so ausgesehen ; ) !

Holz muss atmen – Ventilationslack sorgt für Belüftung

Achtet beim Kauf darauf, dass es sich beim Decklack um einen sogenannten Ventilationslack handelt. Dieser Wetterschutzlack schützt das Holz zwar vor Feuchtigkeit und anderen Witterungsbedingungen, nimmt ihm aber nicht die Luft zum Atmen. Das heißt, dass die Lackschicht das Holz darunter nicht völlig von der Außenwelt abschirmt. Schließlich ist Holz ein natürlicher Werkstoff, der sich ständig verändert und quasi „arbeitet“. Unter diesem Lack kann das Holz weiterhin atmen. Der Weg von außen nach innen ist versiegelt, aber der von innen nach außen bleibt frei! Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass sich keine Blasen bilden!

Schritt 1 – Von wegen oben hui und unten pfui ; )

Selbstverständlich soll der Tisch nicht nur von oben hübsch aussehen. Damit er vor Feuchtigkeit dauerhaft geschützt ist, muss auch die Unterseite sorgfältig mit Decklack gestrichen werden! Um die bereits mit Haftgrund behandelte Oberseite der Tischplatte nicht zu beschädigen, müsst ihr den Tisch logischerweise auf eine weiche Decke legen. Sonst war die gute Vorarbeit umsonst ; )

Jede Ecke und jede noch so verstecke Stelle muss gestrichen werden. Das kommt euch vielleicht mühsam vor, aber es lohnt sich ; )

Auch die Stellen mit den Schrauben sollten nicht zu sparsam mit Lack behandelt werden. Genau diese Stellen sind anfällig für Feuchtigkeit.

Damit der Lack gut in die Holzstruktur eindringen kann, müsst ihr den Pinsel immer von links nach rechts und umgekehrt führen.

Auch die Ecken unterhalb des Tisches sollten gut mit Lack bedeckt werden. Tau und Regen tropfen genau in diese Ecken und dringen langfristig ins Holz ein. Dem wirkt ihr mit einer gründlich aufgetragenen Lackschicht entgegen.

Schritt 2 – Latten mit der Rolle streichen

Um Zeit zu sparen und eine gleichmäßige Oberfläche zu erhalten, verwende ich beim Decklack wieder die kleine Rolle.

Schritt 3 – Seiten streichen

Nachdem die untere Tischplatte mit allen Innenflächen fertig war, habe ich die Seitenteile des Tisches bearbeitet.

Um mir die mühsame Streicherei der Zwischenräume etwas bequemer zu gestalten, habe ich einfach den großen Pinsel genommen und ihn durch die Rillen geführt. So waren die Zwischenräume von zwei Latten gleichzeitig fertig.

Mit dem kleinen und sehr feinen Pinsel habe ich mir die engen Zwischenräume an den Kanten vorgenommen. Mit dem schmalen Exemplar kommt man da einfach besser dran.

Das Gleiche gilt für die langen Seitenteile…

… und wieder schön von links nach rechts und von rechts nach links streichen.

Schritt 4 – Die Füße

Auch die Füße wollen ordentlich behandelt sein ; ) Eine frische Pediküre hat noch keinem Gartentisch geschadet!

Der Decklack schließt die letzten Zwischenräumen und sorgt für eine langanhaltende Versiegelung.

Und mit ein bisschen Geduld war dann die Unterseite fertig.

Schritt 5 – Die Oberseite der Tischplatte

Nach der Unterseite folgte nun der Feinschliff! Die obere Tischplatte ist das, was man immer sehen wird. Hier ist daher volle Konzentration und Sorgfalt gefragt : )

Um am Ende eine ebenmäßige Oberfläche zu bekommen, habe ich wieder zuerst die Zwischenräume der Latten gestrichen. Mit dem größeren Pinsel ging das sehr gut.

Die sichtbaren Teile der Querstreben dürfen nicht vergessen werden. Diese Flächen sind Regen und Tau direkt ausgesetzt. Mit dem kleinen Pinsel kam ich gut hin:

Schritt 6 – Die Tischplatte abschließen

Um die Tischplatte perfekt abzuschließen, habe ich den letzten Anstrich natürlich wieder mit der Rolle gemacht. Sie ermöglicht eine schöne glatte Oberfläche. Und keine Angst, falls der Lack durch die Struktur der Rolle kleine Mini-Unebenheit hat. Beim Trocknen zieht Lack an und wird zu einer perfekt glatten Schicht. Vorausgesetzt das Holz wurde gut vorbehandelt.

Auch die Abschlusskanten der Tischplatte habe ich mit Decklack behandelt. Zwischendurch muss man sich selbst kontrollieren. Schnell werden Kleinigkeiten übersehen ; )

Schritt 7 – Die Tischbeine

And last but not least folgen die Tischbeine. Auch hier könnt ihr mit der Rolle arbeiten.

Schritt 8 – Abwarten und stolz sein : ) !!

Am Ende dürft ihr, wie auch ich es bin, stolz auf eure Arbeit sein. Denn das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach tatsächlich sehen lassen. Jetzt muss der Lack nur noch trocknen und dann kann der Frühling kommen! Außerdem: Da ich zwei Schichten Haftgrund aufgetragen habe, reicht bei meinem Exemplar hier eine Schicht des Decklackes. Das kann sich je nach Zustand des Holzes oder der Vorbehandlung bei eurem Möbelstück anders gestalten.

Der neue (alte!) Gartentisch ist bereit…

… jetzt fehlen nur noch leckerer Kaffee und ein Stück Kuchen und das Wochenende kann kommen ; )

Da die Tischplatte durch die gründliche Vorarbeit und den hochwertigen Decklack bestens geschützt und versiegelt ist, könnt ihr den Tisch ohne Bedenken benutzen. Die Oberfläche ist robust und hält dem Alltag stand.

Dem ausgiebigen Kaffeeklatsch mit Freunden steht nichts mehr im Weg…

…was will man mehr?

Der Vorher-Nachher-Vergleich

Besonders deutlich wird der Unterschied im Vorher-Nachher-Vergleich. Zur Erinnerung, das war der Tisch vor der Restaurierung:

Zwischenzeitlich hatte ich selbst vergessen, wie mitgenommen das Teil aussah.

Und das ist das neue alte Schmuckstück!

Ja ich muss sagen, dass es wirklich großen Spaß gemacht hat, den Gartentisch zu restaurieren. Natürlich war es viel Arbeit, aber wem das Spaß macht, sollte sich davon nicht abhalten lassen. Es ist ein tolles Gefühl, an seinem selbst restaurierten Gartentisch sitzen zu können und die Sonne zu genießen! Glaubt mir ; )

Ich hoffe ich konnte euch zu neuen Herausforderungen inspirieren! Falls ihr zwar Lust auf solch eine Freizeitbeschäftigung habt, aber euch nicht gleich an ein so relativ großes Projekt traut, habe ich demnächst etwas kleineres für euch ; ) Lasst euch überraschen.

Bis dahin wünsche ich euch ein sonniges Wochenende!

 

Gartentisch-Restaurierung Teil 1: Die Aufbereitung

Gartentisch-Restaurierung Teil 2: Die Vorbehandlung mit Haftgrund

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