05.03.13

Im ersten Teil von „Gartentisch Restaurierung“ habe ich euch gezeigt, wie ein Möbelstück aus Holz für den neuen Anstrich vorbereitet werden muss. Heute im zweiten Teil zeige ich euch, wie ich den Gartentisch mit Haftgrund vorbehandelt habe.

Das Material

Bevor der eigentliche neue Anstrich auf das Holz kann, muss das Möbelstück mit Haftgrund behandelt werden. Haftgrund schützt und versiegelt das Holz. Es wird ein Aufquellen des Holzes verhindert, was gerade bei Möbelstücken wichtig ist, die draußen genutzt werden.  Außerdem haftet der Decklack Dank Haftgrund besser auf der Oberfläche. Durch Haftgrund wird der Untergrund quasi einheitlich vorbereitet und versiegelt.

Ich habe mich für einen weißen Haftgrund auf Wasserbasis entschieden. Durch die weiße Farbe werden die lackfreien Stellen gut abgedeckt. Außerdem zwei unterschiedlich große Pinsel, damit ich auch die Zwischenräume der Holzlatten gut erreiche und eine kleine Rolle für die größeren Flächen.

Schritt 1 – Haftgrund gründlich umrühren

Da ich mir den Haftgrund von einem kompetenten Maler besorgt habe, bekam ich diesen gebrauchsfertig. Ich musste nur noch gründlich umrühren damit sich die einzelnen Farbpartikel gut mischen. Je nach dem, welchen Haftgrund ihr verwendet, kann es sein, dass ihr diesen noch mit etwas Wasser verdünnen müsst. Das steht aber dann auf dem Farbeimer. Falls ihr euch unsicher seid, fragt einfach im Fachhandel nach. Ich empfehle euch auf jeden Fall alle Lacke und Farben beim Maler zu kaufen. Der kann euch gut beraten und umweltfreundliche Produkte anbieten. Darauf lege ich immer Wert!

Schritt 2 – Rillen und Zwischenräume streichen

Damit keine Lücken frei bleiben, habe ich zuerst alle Kanten, Rillen und Zwischenräume mit den Pinseln bearbeitet.

Grundieren_

Hier nicht mit dem Haftgrund sparen, sondern auch die verwinkeltsten Ecken streichen. Schließlich soll das Möbelstück gründlich vorbereitet werden, damit es Umwelteinflüssen standhalten kann.

Grundieren

Schritt 3 – Beschädigte Stellen vorbehandeln

Gerade auf der Tischplatte konnte man gut sehen, dass der Tisch die besten Jahre hinter sich hatte. Das Holz war teilweise ziemlich rau.

Diese Stellen habe ich mit dem breiten Pinsel vorbehandelt. So konnten sich die teilweise tiefen Holzrillen mit Haftgrund vollsaugen. Und das tat das Holz auch. Beim Streichen habe ich regelrecht dabei zuschauen können, wir der Haftgrund einzieht. Durch das Vorbehandeln dieser Stellen entstand eine gleichmäßige Oberfläche.

 Schritt 4 – große Flächen streichen

Nachdem alle Zwischenräume und beanspruchte Stellen gestrichen waren, habe ich mit der Rolle alle großen Flächen behandelt. Dadurch erhielt das Holz eine einheitliche Haftgrund-Schicht.

Schritt 5 – Trocknen lassen

Nach getaner Arbeit ist die erste Schicht Haftgrund fertig. Leider ist das noch nicht die endgültige Vorbereitung. Dieser Arbeitsschritt muss nochmals wiederholt werden. Zumindest bei meinem Tisch hier war das nötig. Das Holz saugte den Haftgrund extrem auf und an gewissen Stellen war ein zweiter Anstrich notwendig. Nur so ist das Holz perfekt für den Deck-Lack vorbereitet, so dass er langfristig hält.

Schritt 6 – Die Unterseite!

Da jeder Tisch auch eine Unterseite hat, muss die natürlich auch dran glauben! Nachdem die erste Schicht Haftgrund auf der oberen Seite des Tisches trocken war, machte ich mich an die Unterseite.

Wie ihr seht, hatte das hier nicht mehr viel mit Weiß zu tun ; ) Die Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen.

Die Unterseite hatte es ziemlich nötig!

Zuerst habe ich mich wieder an die Zwischenräume und Kanten gemacht und diese mit einem Pinsel gestrichen. Wichtig ist den Haftgrund überall aufzutragen.

Es dürfen keine Lücken mehr übrig bleiben. Ansonsten zieht Feuchtigkeit genau an diesen Stellen ein und die Oberfläche leidet langfristig.

Schritt 7 – Flächen streichen

Nachdem alle Zwischenräume vorbereitet sind, wird der Haftgrund auf den großen Flächen wieder mit einer Rolle aufgetragen.

Die Flächen müssen gründlich mit Haftgrund bedeckt sein, damit die Witterung auch an der Unterseite keine Chance hat.

Schritt 8 – Füße behandeln

Zum Schluss bekommt der Tisch noch eine ordentliche Pediküre! Gerade an den Tischfüßen zieht sehr schnell Feuchtigkeit ein, wenn der Tisch unter freiem Himmel steht. Daher dürft ihr sie nicht vergessen. Falls die Schutzkappen (wie hier auf dem Bild) mehr in Mitleidenschaft gezogen wurden, solltet ihr sie entfernen und durch Neue ersetzen. Am besten mit Nägeln befestigen. Da diese hier noch in Ordnung waren, habe ich mir keine zusätzliche Arbeit gemacht ; )

Die Kanten müssen sorgfältig mit Haftgrund bedeckt werden:

Zum Vergleich:

Sieht dann auch gleich viel ordentlicher aus! So das war´s mit der Unterseite. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Übrigens: Die Unterseite habe ich kein zweites Mal mit Haftgrund behandelt. Sicherlich hätte es nicht geschadet, aber für meine Zwecke muss eine Schicht reichen. Da mein Tisch bei Regen unters Dach gestellt wird (ich möchte ihn schließlich so lange wie möglich erhalten), habe ich mir diesen Arbeitsschritt gespart. Zudem war das Holz auf der Unterseite zwar farblich stark verändert, aber es gab viel weniger raue Stellen und kaum tiefere Rillen als oberhalb. Das liegt eben daran, dass die Tischplatte oberhalb durch die Nutzung viel mehr leidet. Ob ihr auch die Unterseite zweimal behandelt, müsst ihr dann bei eurem Möbelstück individuell entscheiden.

Schritt 9 – Haftgrund Runde 2

Nachdem nun auch die Unterseite im neuen Glanz erstrahlt, machte ich mich an Runde 2 der Haftgrund-Schicht auf der Oberseite der Tischplatte. Denn, wie vorhin schon erwähnt, gab es da einige Stellen, die noch recht grobe Zwischenräume aufwiesen. Das könnt ihr auf folgenden Bildern gut sehen:

Diese Rillen wirken (auch wenn der Decklack nachher drauf kommt) sich später negativ aus. Weil sie weniger strapazierfähig sind und Feuchtigkeit einziehen könnte.

Deshalb ist es besser sich die Mühe zu machen und eine zweite dünnere Schicht des Haftgrunds aufzutragen.

Hier im direkten Vergleich habe ich die unteren drei Latten der Tischplatte bereits ein zweites Mal gestrichen. Die drei oberen Latten sind nur einmal gestrichen. Hier seht ihr gut, dass die oberen drei Exemplare noch sehr grob erscheinen und die Oberfläche nicht gleichmäßig ist. Ein zweiter Anstrich war daher notwendig.

Das Ergebnis sieht dann schon ziemlich ordentlich aus:

Mit dieser gründlichen Vorbehandlung wird dieser Gartentisch eine ganze Weile witterungsbeständig sein. Im dritten Teil von „Gartentisch Restaurierung“ werde ich den Decklack auftragen.

Bis dahin: Frohes Schaffen : )

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