Amaryllis

Grundsätzlich gefällt mir die Amaryllis Pflanze sehr gut, aber bisher hatte ich damit kein Glück. Einmal geblüht wars das dann auch schon wieder. Auf eine neue Blüte warte ich vergeblich. Deshalb habe ich mich mal etwas gründlicher darüber informiert. Hier ein paar Tipps zur Pflege.
Anders als bei vielen anderen blühenden Pflanzen, verfügt die Amaryllis über eine Zwiebel. Deshalb zählt sie auch, genauso wie Tulpen, zu den Zwiebelgewächsen. Die verschiedenen Informationsportale, die ich zu dieser Pflanzengattung gefunden habe, bestätigen meine Annahme, dass die Pflege dieser Pflanze nicht ganz einfach ist.

Die Blütephase

In voller Blüte erlebt man die Amaryllis nur im Winter. In der Regel zeigt sie ihre Blütenpracht kurz vor Weihnachten. Ab Frühling folgt über den Sommer eine rege Wachstumsphase. Anschließend kommt die Ruhepause und die Pflanze verfällt quasi in einen Herbstschlaf.
Da die Pflanze aus dem subtropischen Gebiet stammt, findet sie hier andere klimatische Bedingungen vor. Genau aus dem Grund klappt es auch bei vielen nicht mit den Blüten. Denn falsch gepflegt, wird es nichts und außer ein paar mickrigen Blättern bekommt ihr gar nichts zu sehen. So wie ich : ( Naja, was solls, es kann ja nur besser werden.

Die richtige Pflege

  • Nach der Blüte im Dezember und Januar müsst ihr die ausgetrockneten Blüten unten am Stiel abschneiden. Meistens zerfallen die Blüten im Laufe des Februars.
  • Im Frühjahr zwischen März und April befindet sich die Pflanze mitten in der Wachstumsphase. Die Blätter wachsen jetzt verstärkt und die Pflanze braucht mehr Wärme als sonst. Die Blätter können bis zu 45 cm lang werden. Gießt die Pflanze etwas öfter, damit die Blätter auswachsen können.
  • In den Monaten Mai, Juni und Juli braucht die Amaryllis besonders viel Power. Jetzt wachsen die nächsten Blüten für den kommenden Winter heran. Wer jetzt nicht düngt, der Pflanze Sonnenlicht verwehrt und sie zu wenig gießt, kann das Thema mit den Blüten direkt vergessen ; ) Als Standort einen hellen Platz mit etwas Schatten wählen. Deshalb: Amaryllis regelmäßig (alle 14 Tage) düngen, ausreichend Wasser geben und am besten raus stellen. Achtet beim Gießen darauf, dass ihr nicht einfach Wasser über die ganze Pflanze schüttet. Optimal ist es, wenn ihr Wasser zwischen den Pflanztopf und den Übertopf laufen lässt. Denn die Zwiebel sollte nicht überwässert werden, in dem ihr das Wasser einfach drüber gießt. Wird die Zwiebel zu nass, gefällt ihr das genauso wenig, wie zu wenig Wasser. Ihr merkt, was mit der „nicht ganz einfachen Pflege“ gemeint ist? : )
  • Im August braucht die Amaryllis kein Wasser mehr. Jetzt tritt langsam aber sicher die Ruhephase ein. Alle Nährstoffe gehen jetzt in die Zwiebel zurück. Die Pflanze zieht quasi die ganze Power in das Überdauerungsorgan (die Zwiebel) und überlebt so die Ruhephase, in der sie sich auf die nächste Blütezeit vorbereitet. Jetzt dürft ihr auf keinen Fall die verwelkten Blätter zu früh abschneiden!
  • Erst im September oder Oktober, wenn die Blätter komplett ausgetrocknet sind, dürfen sie entfernt werden. Idealerweise stellt ihr die trockene Pflanze jetzt in einen dunklen und kühlen Raum. Der Keller ist dafür genauso geeignet wie ein Schopf oder eine Garage. Unter 15 °C sollte die Temperatur allerdings nicht fallen. Nicht gießen!
  • Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Zwiebel im November in frische Erde pflanzen. So kann sie von der neuen Erde und dessen Nährstoffe zehren. Die Zwiebel darf etwas aus der Erde rausschauen. Diesen Tipp mit dem jährlichen Umpflanzen hatte ich bisher auch noch nicht probiert. Daher werde ich das auf jeden Fall im nächsten Herbst machen!
  • Nach dem Umtopfen darf die Pflanze wieder ins Licht. Jetzt braucht sie das Tageslicht, um aktiv zu werden. Stellt sie in die Wohnung wo es schön warm ist und gebt ihr gleich Anfang Dezember etwas Wasser. Sie braucht jetzt Kraft, um ihre Blüten vollständig zu entwickeln. Wenn ihr den Blütenstiel gut sehen könnt, beginnt ihr regelmäßig zu gießen. Einmal pro Woche reicht aber. Genießt die Blütezeit der Pflanze, denn lang ist sie leider nicht. Gerade einmal zwischen 14 und rund 21 Tagen hält eine Blüte bevor sie wieder verblüht.

Tipp

Die Amaryllis-Blüten suchen im Dezember das Tageslicht. Um möglichst viel davon abzubekommen, neigen sie sich stets dem Licht zu. Bleibt die Pflanze unberührt, kann es deshalb sein, dass die Blütenstiele sich extrem in eine bestimmte Richtung neigen. Das sieht auf der Fensterbank nicht besonders schön aus ; ) Deshalb dreht ihr den Topf einfach immer wieder mal in die gegengesetzte Richtung. Dann bleiben die Stiele gerade und knicken nicht ab.
Ich hoffe ihr habt mehr Glück als ich bisher und wünsche euch viel Spaß beim Pflegen.

Info zum Namen

Zwar nennt fast jeder diese Pflanze Amaryllis, aber eigentlich ist das nicht korrekt. Denn botanisch gehört sie zur Gattung der Hippeastrum und wird Ritterstern genannt. Ich habe sie im Artikel auch nach dem alten Namen genannt, weil ich denke, dass die meisten von euch sie unter diesem Namen kennen.
Bildquelle: Rosel Eckstein  / pixelio.de

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